Neue Unterkunft für Flüchtlinge in Wollershausen: 100 Feldbetten

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Vor dem Start in der Notunterkunft: Die Übersetzer in der Turnhalle in Wollershausen vor Ankunft der Flüchtlinge das gemeinsame Vorgehen.

Wollershausen. Die ersten Flüchtlinge trafen am Donnerstag in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in Wollershausen bei Gieboldehausen ein. Wir haben uns umgesehen.

100 Feldbetten stehen ordentlich in Reihen, 14 Dolmetscher werden schon vor 10 Uhr durch die Räume geführt, um den Flüchtlingen alles gut erklären zu können.

Kurze Zeit später steht der erste Bus vor der Tür der Turnhalle in Wollershausen. Doch bevor die Neuankömmlinge aussteigen, gehen Dolmetscher in den Bus und erklären ihnen den Ablauf. Fast im Gänsemarsch gehen die Menschen in die Halle.

Snacks und Getränke nach der langen Reise aus Passau warten auf die Flüchtlinge im Aufenthaltsbereich. Von dort müssen sie zur Registrierung. Sie bekommen Papiere, mit denen sie sich hier ausweisen können, ein Eintrittskontrollband für die Halle und natürlich Essensmarken. Eine ärztliche Kontrolle durch Mitarbeiter vom Gesundheitsamt steht an. Für ansteckende Infektionskrankheiten oder andere Probleme ist eine Isolierstation vorbereitet.

In der Hoffnung, dass sie nicht gebraucht wird, ist dort ein Fotostudio für die Bilder in den Personalpapieren eingerichtet. Im EDV-Raum können die Flüchtlinge Suchanfragen stellen zu Familie und Freunden.

Am Montagabend fiel die Entscheidung, dass die Turnhalle ein kleines Aufnahmelager werde, berichtet Landrat Bernhard Reuter. Das Land Niedersachsen hatte die Stadt Göttingen um Amtshilfe bei der Erstaufnahme von Flüchtlingen gebeten. Die Uni-Stadt sollte eine Erstaufnahmestelle für 100 Flüchtlinge einrichten und betreiben. Aufgrund der angespannten Lage in der Stadt hat der Landkreis angeboten, dieses Kontingent zu übernehmen.

Die Erstaufnahmestelle für Landes-Flüchtlinge ist in der Sporthalle am Schloss in Wollershausen entstanden. Gebäude und Gelände gehören dem Sozialdienst katholischer Frauen. Der hat die derzeit kaum genutzte Halle am Montag an den Landkreis vermietet. Um 17.20 Uhr war es soweit, kann sich Reuter sogar an die Uhrzeit erinnern.

Am Dienstag habe er die Samtgemeindebürgermeisterin Marlies Dornieden und Gemeindebürgermeister Ulrich Schakowske informiert. In Windeseile sei die Turnhalle in dem Dorf mit rund 480 Einwohnern für die Ankunft der 100 Flüchtlinge ausstaffiert worden. „Die Vorbereitung hat punktgenau funktioniert“, lobt Patrick Moritz vom Bevölkerungsschutz. Nach anfänglicher Irritation, was nun in ihrem Dorf passiere, verlaufe die Zusammenarbeit sehr gut, lobt der Fachberater Betreuung für den Landkreis, Wolfgang Schubert, die Reaktionen von den Bürgern.

Dass die Hilfe mit der Turnhalle richtig sei, daran zeigt Ulrich Schakowske, Gemeindebürgermeister von Wollershausen, keinen Zweifel. Als Herausforderung, der sich die Samtgemeinde stellen wolle, beschreibt die Samtgemeindebürgermeisterin Marlies Dornieden die Aufgabe. Die Zustimmung habe sie von allen zehn Bürgermeistern in der Samtgemeinde. Schon am Morgen seien Hilfsangebote auf ihrem privaten Facebook-Account angekommen, erzählt Dornieden. Sofort habe sie das Bürgerbüro angewiesen, alle Bürger, die helfen wollten, mit ihren Kontaktadressen zu registrieren. (zul)

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