Neuer Prozess nach Revision: Zwei Jahre und sieben Monate Haft für schweren Raub

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel am Dienstag das Urteil gegen den 25-Jährigen.

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen 25-jährigen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes wegen mehrerer Raubdelikte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt.

Seine Revision war zwar erfolgreich, doch ausgezahlt hat sich die Neuauflage seines Strafprozesses für ihn nicht:

Damit verhängten die Richter eine gleich hohe Strafe, wie sie schon im März 2015 eine andere Kammer ausgesprochen hatte. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das damalige Urteil auf die Revision des Angeklagten hin wegen Verfahrensfehlern aufgehoben und den Fall zur erneuten Verhandlung an eine andere Strafkammer zurückverwiesen. Diese kam am Ende des zweiten Prozesses zu dem Ergebnis, dass das damals verhängte Strafmaß tat- und schuldangemessen sei.

Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. So etwas komme relativ selten vor, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenso wie die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil fiel vor allem deshalb deutlich höher aus, weil die Kammer anders als die übrigen Verfahrensbeteiligten eine der angeklagten Taten als schweren Raub bewertete. Der 25-Jährige habe sich außerdem des Raubes, der gefährlichen Körperverletzung, der Nötigung und der Freiheitsberaubung schuldig gemacht.

Der aus dem Kosovo stammende deutsche Staatsangehörige hatte gemeinsam mit zwei rechtskräftig verurteilten Mittätern mehrere Männer in Göttingen überfallen und ihnen Bargeld und andere Wertgegenstände entwendet. Der Angeklagte habe als Mitglied einer Bande und mit hoher krimineller Energie gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter. Ziel sei es gewesen, gezielt bestimmte Personen anzusprechen und diese „abzuziehen“.

Sechsfacher Vater

Der Angeklagte, der bislang keine Vorstrafen hat und nach seiner Festnahme bereits einige Wochen in Untersuchungshaft verbringen musste, hatte vor Gericht zunächst keine Angaben zur Sache gemacht. Später räumte er ein, bei den Taten dabei gewesen zu sein. In seinem Schlusswort sagte er, dass er sich schäme, so etwas gemacht zu haben. Zu seinen beruflichen Plänen erklärte der sechsfache Vater, dass er sich mit einem Sicherheitsgewerbe selbstständig machen wolle.

Der Vorsitzende Richter wies ihn darauf hin, dass Ersttäter in der Regel gute Aussichten auf eine Verkürzung ihrer Haftzeit hätten. (pid)

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