Absolventen können Patienten noch besser helfen

Neues Berufsbild im Rettungsdienst: Notfallsanitäter gehen in den Einsatz

Sie haben es geschafft: Die frisch gebackenen Notfallsanitäter werden zukünftig unter anderem in Stadt und Landkreis Göttingen arbeiten. Sie erhielten ihre Abschlusszeugnisse. Foto: Rampfel

Göttingen. Wenn in Zukunft Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen fahren, werden immer häufiger Notfallsanitäter an Bord sein. Der Notfallsanitäter ist ein neu geschaffenes Berufsbild, das nach und nach den Beruf des Rettungsassistenten ablöst.

Die ersten 28 Notfallsanitäter haben am Freitag in der Göttinger Rettungsdienstschule nach mehrmonatiger Aufstockungs-Ausbildung ihre Zeugnisse erhalten.

Die jetzigen Absolventen sind bereits ausgebildete Rettungsassistenten und kommen aus den Bereichen Göttingen (Stadt und Landkreis), Braunschweig, Hannover, Cuxhaven und Osterode. Sie sind tätig beim Arbeiter Samariter Bund, dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfall Hilfe sowie bei Berufsfeuerwehren. Daher mussten sie nicht die komplette dreijährige Ausbildung durchlaufen. Der erste Ausbildungsjahrgang, der volle drei Jahre dauert, beginnt im September. Dazu wurden auch neue Ausbildungsstellen geschaffen.

Der Notfallsanitäter ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. Zudem ist die Ausbildung um ein Jahr länger als die zum Rettungsassistenten. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung.

Notfallsanitäter dürfen Maßnahmen anwenden, die normalerweise nur Ärzten vorbehalten ist, wie das Verabreichen von wichtigen Medikamenten im Notfalleinsatz, das Legen eines Venenzuganges oder das Einführen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre eines Patienten, wenn das Leben oder die Gesundheit unmittelbar gefährdet ist.

„Dies war die beste Prüfung, die ich seit langem gesehen habe“, sagte Dr. Andreas Kittelman von der Niedersächsischen Landesschulbehörde, der landesweit medizinische Prüfungen abnimmt. Jörg Stöber, neben Frank Dittrich Leiter der Rettungsdienstschule, betonte bei der Zeugnisübergabe, dass das Lernen jetzt nicht zu Ende sei. „Sie müssen lebenslang lernen, zum Wohle unserer Patienten.“

Die Rettungsdienstschule der Berufsfeuerwehr Göttingen hat ihren Sitz in der Breslauer Straße. Eigene Dozenten und Praxisanleiter mit langjähriger Einsatzerfahrung im Rettungsdienst garantieren eine praxisnahe Ausbildung. Notärzte komplettieren das schulische Angebot und unterstützen die Ausbildung im praktischen und theoretischen Bereich. (ysr)

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