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Neues Biotop in Kiessee-Nähe: Sartorius stellt 1,3 Millionen Euro für Projekt zur Verfügung

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Von: Michael Caspar

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Zur Eröffnung des Biotops am Göttinger Flüthewehr gab es Führungen. Dabei gab es viele Informationen über das Naturschutzprojekt.
Zur Eröffnung des Biotops am Göttinger Flüthewehr gab es Führungen. Dabei gab es viele Informationen über das Naturschutzprojekt. © Michael Caspar

Eine Biotoplandschaft ist am Füthewehr südlich des Göttinger Kiessees entstanden. Die nötigen Mittel von 1,3 Millionen Euro stellte der Pharmazulieferer Sartorius zur Verfügung.

Göttingen – Selten gewordene Vögel wie das Rebhuhn, die Dorngrasmücke oder der Flussregenpfeifer brüten bereits auf dem 16 Hektar großen Areal, durch das die Leine fließt. Im vergangenen August begann die Umgestaltung der zuvor intensiv genutzten Ackerflächen.

Auf der Ostseite, die im Wasserschutzgebiet liegt, entstand eine flache, maximal einen Meter tiefe Flutrinne mit Mulde. „Bei tieferen Ausschachtungen hätte das Risiko bestanden, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen“, erläutert Dr. Martina Koch von der Heinz-Sielmann-Stiftung. Die Biologin hat die Vorplanung erstellt.

Dr. Martina Koch von der Heinz-Sielmann-Stiftung steht im neuen Biotopgebiet
Hatte die Vorplanung zu der neuen Göttinger Biotoplandschaft erstellt: Dr. Martina Koch von der Heinz-Sielmann-Stiftung. © Michael Caspar

Die mit dem Bagger geschaffenen Vertiefungen laufen nun immer bei Hochwasser voll und trocknen dann allmählich wieder aus. „Das dient dem Schutz von Amphibien“, betont Koch. So können sich keine Fische ansiedeln, die Laich oder Kaulquappen fressen.

Flachgewässer und weidende Zebu-Rinder

Auf der Westseite der Leine ist neben einem Flachgewässer ein zwei Meter tiefer Teich entstanden, der Anschluss ans Grundwasser hat“, ergänzt Birgit Czyppull vom Büro für Freiraumplanung. Die Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur aus dem Landkreis Holzminden hat die abschließenden Planungen übernommen.

Auf einem Teil der Fläche, auf 11,5 Hektar, weidet nun Landwirt Henrik Dzeia 16 Zebu-Rinder. Die mit 250 Kilogramm vergleichsweise kleinen Tiere sind ursprünglich auf dem indischen Subkontinent heimisch und kommen daher gut mit Hitze klar. Die genügsamen Wiederkäuer, die auch junge Büsche und Bäume verbeißen, halten die Fläche frei.

Keinen Zugang haben sie zum Bereich direkt an der Leine. Dort soll ein Auwald entstehen, der bei Hochwasser ebenfalls Land unter stehen wird. „Nahe des Flusses werden sich Weiden und vereinzelt Erlen ansiedeln“, erwartet Czyppull. Etwas weiter von Wasser entfernt rechnet sie mit Eichen und einzelnen Ulmen.

Ein Fußweg führt außen um das Areal herum. Ein bestehender Fußweg direkt an der Leine wurde zurückgebaut. Auf der Ostseite gibt es einen Steg, auf der Westseite eine Station zum Beobachten von Vögeln.

Idee stammt von Sartoriuschef

Die Idee zu dem Projekt kam Sartoriuschef Joachim Kreuzburg bei einem Gespräch mit Professor Peter Berthold. Der Vogelkundler hat im Heinz-Sielmann-Stiftungsrat den Biotopverbund am Bodensee angestoßen. Kreuzburg sprach Göttingens damaligen Oberbürgermeister, Rolf-Georg Köhler (SPD), an. Den begeistert die Idee genauso wie seine Nachfolgerin, Petra Broistedt (SPD).

Sartorius-Mitarbeiter Florian Presting
Sartorius-Mitarbeiter Florian Presting © Michael Caspar

Sartorius, Stadt und Stiftung entschieden sich für das Areal am Wehr. „Im Naherholungsgebiet Kiessee sind bereits überdurchschnittlich viele Vogelarten heimisch“, sagt Florian Presting, der bei Sartorius das Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagement leitet. Er begleitet das Projekt. (Michael Caspar)

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