Großprojekt

Neues Gewächshaus für die Forschung an die Uni Göttingen

Universitätspräsident Prof. Metin Tolan platzierte die obligatorische Zeitkapsel im symbolischen Grundstein des neuen Forschungsgewächshauses. Mit dabei waren (von links) Vizepräsident Prof. Norbert Lossau, Prof. Imke Traulsen, Prof. Stefan Scholten, Prof. Johannes Isselstein und Gebäudemanagement-Leiter Rainer Bolli.
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Universitätspräsident Prof. Metin Tolan platzierte die obligatorische Zeitkapsel im symbolischen Grundstein des neuen Forschungsgewächshauses. Mit dabei waren (von links) Vizepräsident Prof. Norbert Lossau, Prof. Imke Traulsen, Prof. Stefan Scholten, Prof. Johannes Isselstein und Gebäudemanagement-Leiter Rainer Bolli.

Auf dem Nordcampus in Weende investiert die Universität Göttingen rund 20 Millionen Euro in den Bau eines neuen Forschungsgewächshauses für die Fakultät für Agrarwissenschaften. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt.

Göttingen – Am Burckhardtweg entsteht derzeit im ersten von zwei Bauabschnitten ein etwa 80 Meter langes, massives und voll unterkellertes Funktionsgebäude, das neben der gesamten Anlagentechnik auch Labor-, Büro-, Vorbereitungs-, Lager- und Sozialräume enthält. Ein größerer Bereich im Untergeschoss wird für das Aufstellen von acht bis zehn Klimakammern vorbereitet, in denen sich extreme Bedingungen für Pflanzen gesondert und kontrolliert simulieren lassen.

An das Funktionsgebäude wird ein 20 Meter breites und 44 Meter langes Gewächshausschiff in Venlo-Bauweise mit einer Traufhöhe von fünf Metern angeschlossen. Dieses Gewächshausschiff wird in verschiedene Parzellen unterteilt, so dass gleichzeitig unterschiedliche Versuche unter einem Dach stattfinden können. Um das Gebäude herum werden ergänzend Kompost- und Außenlagerflächen, Grünflächen, Fahrradstellplätze sowie eine eigene Zufahrt angelegt.

Das Bauvolumen des ersten Abschnitts beträgt rund 13 Millionen Euro, wobei es dafür (anders als bei vielen anderen Bauvorhaben) keine Förderung vom Bund oder vom Land gibt und die somit von der Universität alleine gestemmt werden müssen. Nach der für Herbst kommenden Jahres geplanten Fertigstellung werden dann in einem zweiten Bauabschnitt noch bis zu drei weitere Gewächshausschiffe mit ähnlichen Abmessungen, Einbauten und Möglichkeiten entstehen.

Um die Besonderheit der aktuellen Situation zu dokumentieren, platzierten Gebäudemanagement-Leiter Rainer Bolli (rechts) und Projektleiter Stefan Heise eine medizinische Gesichtsmaske in einer Zeitkapsel.

„Dieses neue Forschungsgewächshaus wird eine wichtige Einrichtung für unsere Universität sein“, betonte deren neuer Präsident Prof. Metin Tolan. Um Spitzenleistungen in der Forschung erbringen zu können, müsse auch die Infrastruktur exzellent sein. „Ich freue mich sehr, dass das Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Rechenzentrum entsteht und die dort entstehende Abwärme hier direkt genutzt werden soll“, betonte Tolan. Das zeige, dass das aktuelle Bauvorhaben „sehr, sehr gut geplant“ sei.

„Wir freue uns außerordentlich, dass wir heute hier stehen können“, sagte Prof. Johannes Isselstein von der Fakultät für Agrarwissenschaften. „Uns ist sehr bewusst, dass die Universität sich genau überlegen muss, wie sie ihre finanziellen Mittel einsetzt“, so Isselstein. Umso dankbarer sei man, dass man jetzt die Möglichkeit bekomme, Forschung unter deutlich moderneren Bedingungen als bislang. Immerhin stammten die alten, auf ganz Göttingen verteilten Gewächshäuser der Universität noch aus den 1950er Jahren. „Hier wird künftig moderne Züchtungsforschung betrieben“, betonte Prof. Stefan Scholten (ebenfalls Fakultät für Agrarwissenschaften). „Zudem wird das neue Funktionsgebäude mit dem Gewächshaus und den Klimakammern sowie den Laboren und dem Seminarraum die Verbindung zwischen Lehre und Forschung vertiefen“, so Scholten. (Per Schröter)

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