Diskussion über Galluspark

Neues GMA-Gutachten: Nahversorgung in Göttingen besser als im Bundesschnitt

Einkaufszentrum Gallus-Park.
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Berliebt: Einkaufszentrum Gallus-Park an der Hannoverschen Landstraße mit Aldi, Thomas Philipps und Edeka. Im GMA-Gutachten wurde von einer Weiterentwicklung des Zentrums abgeraten.

Die Nahversorgung in Göttingen ist überdurchschnittlich gut. Das hat die Hamburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in einem 115 Seiten starken Gutachten ermittelt.

Göttingen – Schlechter sieht es in den Dörfern aus, erfuhren am Donnerstag die Mitglieder im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke.

353 Geschäfte, darunter Supermärkte und Discounter, SB-Warenhäuser und Kioske, gibt es in Göttingen. Zusammen kommen sie auf eine Verkaufsfläche von 82 800 Quadratmetern. Das entspricht einer Verkaufsfläche von 505 Quadratmetern pro 1000 Einwohner. Im bundesdeutschen Durchschnitt sind es nur 440 Quadratmeter.

Zu der guten Versorgung tragen nicht zuletzt SB-Warenhäuser bei. Rechnet man deren Flächen heraus, so liegt die Verkaufsfläche mit 316 Quadratmetern unter der des entsprechenden deutschen Durchschnitts von 369 Quadratmetern.

Das Gutachten hebt die vielen kleinen Läden mit einer Verkaufsfläche von weniger als 400 Quadratmetern hervor. Sie sorgen dafür, dass 52 Prozent der Göttinger Waren des täglichen Bedarfs fußläufig einkaufen können. Auch die Qualität der Versorgung ist überdurchschnittlich gut. Die Hamburger machen das daran fest, dass es im Oberzentrum deutlich mehr Supermärkte als Discounter gibt.

Das Büro sieht in einigen Bereichen der Stadt, etwa auf dem Leineberg oder im Südosten Geismars Verbesserungsbedarf. Kritisch ist auch die Lage in kleinen Dörfern wie Esebeck, Groß Ellershausen oder Hetjershausen. Dort rechnen sich Supermärkte aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht.

„Wer nicht mobil ist, muss das eingeschränkte und vergleichsweise teure Angebot von Verkaufswagen nutzen“, klagte Manfred Hilterhaus vom Seniorenbeirat. „Hilfe bieten Dorfläden, wie es sie in Herberhausen oder Roringen gibt“, sagte Gutachter Raimund Ellrott. Die Stadt solle das subventionieren, forderte Edgar Schu (Linke).

Gemäß dem Gutachten nutzen auch Bürger aus dem Umland das Göttinger Nahversorgungsangebot. Der Umsatz der Läden übersteigt mit 316,3 Millionen Euro im Jahr die Kaufkraft der Stadt von 292 Millionen Euro.

Göttingen sollte seine Zentralität noch steigern, forderte der Gutachter Raimund Ellrott. Felicitas Oldenburg (FDP) mahnte in diesem Zusammenhang eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt an und forderte mehr Parkplätze. Das widerspreche den Klimaschutzzielen der Stadt, gab dagegen Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) zu bedenken.

Eine Diskussion gab es im Ausschuss um das Einkaufszentrum Galluspark an der Hannoverschen Straße. Aus Sicht der Gutachter wird er durch die vierspurige Verkehrsachse von den Wohngebieten abgeschnitten und sollte daher nicht weiter entwickelt werden. Damit zeigte sich Olaf Feuerstein (CDU) mit Blick auf das in der Nähe entstehende Sartorius-Quartier unzufrieden. Welter-Schultes regte an, die wichtige Verkehrsachse Richtung Norden zurückzubauen, um eine Querung zu erleichtern. (Michael Caspar)

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