Verkehrsverbund stellt neues Tarifsystem vor

Neues Tarifsystem: Bus wird für viele günstiger

Der Zentrale Omnibusbahnhof in Göttingen: Busfahren wird ab dem 1. Januar für viele günstiger. Zudem sollen die Fahrpläne in der Uni-Stadt besser mit dem Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen abgestimmt werden.
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Der Zentrale Omnibusbahnhof in Göttingen: Busfahren wird ab dem 1. Januar für viele günstiger. Zudem sollen die Fahrpläne in der Uni-Stadt besser mit dem Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen abgestimmt werden.

Der neue Tarif des Verkehrsverbunds Süd-Niedersachsen bringt neben deutlichen Preissenkungen auch einheitliche Sozial-, JugendFreizeit- und SeniorenTickets.

  • Der Verkehrsbund Süd-Niedersachsen stellt sein neues Tarifsystem vor.
  • Neben zahlreichen Preissenkungen wird es auch einheitliche Sozial-, Senioren- und JugendFreizeitTickets geben.
  • Verbund-Fahrscheine des Bartarifs können als Online- oder Handytickets über den Navigator der Deutschen Bahn erworben werden

Göttingen – Für maximal fünf Euro lässt sich von Januar an jedes Busziel in Stadt und Landkreis Göttingen sowie in den Landkreisen Northeim und Holzminden erreichen. Von einem „Meilenstein in der Verkehrswende“ spricht der Fahrgastverband ProBahn. Für ein Sozialticket, das im gesamten Verbundgebiet gilt, hat sich der Landkreis Holzminden eingesetzt, der dem Zweckverband seit 2019 angehört. Ein vergleichbares Ticket gibt es in Holzminden bereits seit September 2016, berichtet die kommissarische Dezernentin für Bildung und Kreisentwicklung, Marie-Luise Niegel.

Vom kommenden Jahr an lässt sich die 35 Euro teure Monatskarte im gesamten Verbundgebiet einschließlich der Stadt Göttingen verwenden. Die günstigere Sozialkarte für das Göttinger Stadtgebiet besteht alternativ weiter. Sie kostet 26,50 Euro. Nutzen können die Karte Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Wohngeld sowie die Asylbewerber.

Bus fahren wird günstiger

Für ein JugendFreizeitTicket hat sich der Landkreis Northeim stark gemacht, führt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) aus. Bisher konnten Auszubildende mit ihrer ermäßigten Karte nur zur Berufsschule fahren. Für die Fahrt zum Ausbildungsbetrieb war ein eigener Fahrschein zu lösen. Das neue Ticket, das 15 Euro im Monat kostet, ermöglicht jungen Menschen bis zum 21. Geburtsrat beliebig viele Fahrten im gesamten Verbundgebiet. 59 Euro kostet das SeniorenTicket.

Das Fünf-Euro-Ticket war eines der Versprechen von Landrat Bernhard Reuter (SPD) während seines Wahlkampfs 2016. Der Wegfall teurerer Preisstufen soll den ländlichen Raum, der unter Abwanderung leidet, attraktiver machen, so Reuter. Bisher wächst in Südniedersachsen vor allem das Oberzentrum Göttingen. Dort werden die Mieten laut Reuter „unbezahlbar“. Angesichts von Leerständen in Randgebieten sei das „keine gesunde Entwicklung“. Der Landrat drängt zudem auf eine Erweiterung des Streckennetzes.

Die Stadt Göttingen unterstützt den Verkehrsverbund nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes, führt Claudia Baumgartner aus, die städtische Dezernentin für Planen, Bauen und Umwelt. Um den Öffentlichen Personennahverkehr für Pendler attraktiver zu machen, stimme die Stadt derzeit ihre Fahrpläne mit dem Verbund besser ab.

„Vom neuen Jahr an lassen sich Verbund-Fahrscheine des Bartarifs als Online- oder Handytickets über den Navigator der Deutschen Bahn erwerben“, kündigt Verbandsgeschäftsführer Michael Frömming an. Das wünschten sich Kunden seit langem.

Die Planungen für die Tarifreform begannen bereits 2017, sagt Christel Wemheuer. Die Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen ist Vorsitzende der Verbandsversammlung. (Von Michael Caspar)

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