Neujahrsempfang: IHK mahnt bessere Infrastruktur an

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Neujahrsempfang der IHK Südniedersachsen in der Stadthalle: (vorn, von links) Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Vize-Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Frank Albe, Vize-Präsident der Privaten Hochschule Göttingen, Andrea Ruhstrat von der Geschäftsführung der Firma Ruhstrat sowie Dr. Martin Rudolph, Geschäftsführer der IHK in Göttingen.

Göttingen. Die Verbesserung der Infrastruktur in der Region, damit die Unternehmen dauerhaft Erfolg haben: Das forderte IHK-Präsident Dr. Hannes Rehm am Mittwoch beim Neujahrsempfang der Kammer in der Göttinger Stadthalle ein.

Der Chef der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover nannte gleich mehrere Beispiele, bei denen es aus seiner Sicht dringenden Verbesserungs- und Handlungsbedarf gibt: Dazu gehören die Bereiche Verkehr, Breitbandverkabelung sowie der Neubau der Stromtrassen. „Insbesondere im schleppenden Netzausbau sehen befragte Unternehmen eine erhebliche Gefahr für die Versorgungssicherheit“, berichtete Rehm vor den 650 Besuchern des Empfangs aus dem jährlich von der IHK erstellten Energiewende-Barometer. Zudem sprach er die Politiker auf allen Ebenen an. Die IHK sehe mit Sorge, dass die Politik „polarisierend die Diskussion zum Netzausbau befeuert, anstatt den Bürgern die nunmehr unausweichliche Notwendigkeit der Vorhaben zu erläutern“.

Kritik übte der IHK-Präsident am Mindestlohn. Mit dem Gesetz haben sich laut Rehm die Bürokratielasten für Unternehmen deutlich verschärft. „Die angekündigte Kontrolloffensive durch den Zoll führt zu unverhältnismäßig großem Verwaltungsaufwand und zur Verunsicherung bei den Unternehmen.“

Zudem wies der IHK-Chef erneut auf die Lücke bei den Fachkräften hin in den Unternehmen hin, der durch den demographischen Wandel entstehe. Deshalb habe die IHK mit Jahresbeginn eine Offensive für die duale Berufsausbildung gestartet, die bis 2020 dauert. Dabei werden Lehrlinge als Ausbildungsbotschafter in den Schulen fungieren. Sie sollen die Jugendlichen über ihren Beruf, ihren Alltag in den Unternehmen und ihre Karriereperspektiven informieren. So sollen junge Leute von einer betrieblichen Ausbildung überzeugt werden.

Neujahrsempfang in der Göttinger Stadthalle

Neujahrsempfang der IHK in der Göttinger Stadthalle

IHK-Vizepräsident Joachim Tonollo forderte die Kommunalpolitiker in der Region auf, besser als bisher zusammenzuarbeiten. „Jedes Oberzentrum braucht sein Umland, jedes Umland braucht sein Oberzentrum. Beide sind isoliert nicht überlebensfähig.“ 

Um den demographischen Wandel ging es auch beim Vortrag von Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen. Die Entwicklung führt laut Kroemer zu erhöhten Anforderungen an das Gesundheitssystem. Gleichzeitig erfordere die Kombination aus zunehmender Alterung mit kostenintensivem medizinischen Fortschritt eine sorgfältige Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel. (bsc)

Kontakt: Industrie- und Handelskammer Hannover, Geschäftsstelle Göttingen, Bürgerstraße 21, 37073 Göttingen, Tel. 05 51/ 70710-0, E-Mail: goettingen@hannover.ihk.de

www.hannover.ihk.de

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