Neujahrsempfang: Stadt will Planungen selbst steuern

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Großer Andrang: Etwa 700 Besucher waren beim Göttinger Neujahrsempfang in der Stadthalle dabei.

Göttingen. Wenn es um Planungen in Göttingen geht, will die Stadt die Zügel künftig selbst in die Hand nehmen. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler: „Die Zeit der reinen Investorenplanung ist vorbei.“

Diesen zentralen Wechsel bei der Herangehensweise an Projekte kündigte Oberbürgermeister, der seit 1. November im Amts, am Dienstag bei traditionellen Neujahrsempfang in der Stadthalle an. Erstes Projekt, bei dem die neuen Vorgaben gelten, sollte das ehemalige Gelände der Gothaer Versicherung in der Nähe der Geismar Landstraße sein. Zudem sollen in die Bebauung auch die Neubaupläne der Städtischen Wohnungsbau im Bereich Lönsberg/Ebertal einbezogen werden, so die Vorstellungen des 63-jährigen Oberbürgermeisters. Damit könne die inzwischen „längst unnötige Trennung von Wohnen und Arbeiten“ aufgelöst werden. „In Reichweite der künftigen Wohnbauflächen stehen zigtausend Quadratmeter Büroflächen leer.“

Neuer Wohnraum

Die Schaffung von neuem und preiswertem Wohnraum ist für den Verwaltungschef ein zentrales Thema der kommenden Jahre. Um dieses Ziel zu erreichen, sei er bereit, notfalls auf zusätzliche Einnahmen für den Haushalt zu verzichten. Mit Blick auf die Projekte brachte er den Begriff „Angebotsplanung“ ins Spiel: Dabei wird von der Stadt mit einem Bebauungsplan ein Rahmen vorgegeben, in dem sich die Investoren bewegen können.

Bis zum Jahresende hat sich Köhler ein weiteres Ziel vorgenommen: Bis dahin soll ein klares Konzept für die Zukunft der Stockleffschen Mühle am Leinekanal vorliegen.

Bildergalerie vom Neujahrsempfang

Neujahrsempfang der Stadt Göttingen

Mit Blick auf das Projekt Kunstquartier sprach das Stadtoberhaupt finanzielle Probleme an: „Wir stehen am Anfang einer äußerst schwierigen Verteilungsdiskussion.“ Die Stadt habe Sanierungsbedarf am Deutschen Theater, im Otfried-Müller-Haus (Junges Theater und KAZ) sowie eine Sanierungsbaustelle am Ritterplan, ohne Konzept für den künftigen Betrieb des Städtischen Museums. Außerdem müsse die Stadthalle saniert werden. Investitionsbedarf gibt es zudem bei den Feuerwehren, bei weiteren städtischen Gebäuden und im Freibad Weende. „Uns erwartet ab 2015 eine harte Diskussion über Prioritäten, weil unser Haushalt die Finanzierung aller dieser Maßnahmen nicht leisten kann.“

Zudem warb Köhler für die Integration von Flüchtlingen in Göttingen: „Ein Dach über dem Kopf und eine warme Mahlzeit allein sind nicht genug.“ Bei der Schaffung von Angeboten zur Integration von Flüchtlingen hofft er auf das Engagement von Firmen, Vereinen, Verbänden sowie Privatpersonen.

Köhler hatte zum Neujahrsempfang diesmal Vertreter sozialer Clubs eingeladen. Er dankte unter anderem den Rotariern, den Inner Wheelerinnen, den Lions, den Soroptimisten, den Zontas sowie den Round Tablern für ihr vorbildliches Engagement. Gleichzeitig kündigte das Stadtoberhaupt an, künftig bei jedem Neujahrsempfang einer bestimmte Gruppe ehrenamtlich engagierter Bürger öffentlich Dank zu sagen.

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