NFV-Pokal-Überraschung: SVG Göttingen zu stark für Northeim

Harter Zweikampf: Göttingens Torschütze zum 2:0, Stephan Kaul (Mitte) versucht, sich gegen Northeims Marcel Braun (links) und Christian Horst durchzusetzen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Was war denn da los? Das Qualifikationsspiel des Fußball-Oberligisten FC Eintracht Northeim, den viele in der Favoritenrolle gesehen hatten, für das Achtelfinale im NFV-Pokal beim Oberliga-Aufsteiger SVG Göttingen vor der stattlichen Kulisse von 870 Zuschauern am Sandweg lässt sich auf eine simple Formel bringen.

Die Defensive vornehmlich in der ersten Halbzeit glich einem aufgescheuchten Hühnerhaufen, die Offensive war ein Totalausfall. So war es für den vermeintlichen Underdog ein Leichtes, am Ende mit einem völlig verdienten 3.0 (3:0)-Sieg ins Achtelfinale des NFV-Pokals einzuziehen.

Dort erwartet die SVG Regionalliga-Aufsteiger VfV Hildesheim, bei dem das Team von Trainer Knut Nolte ein Vorbereitungsspiel vor zwei Wochen mit 1:0 gewonnen hatte. Der offizielle Termin ist bereits der kommende Mittwoch (19 Uhr) in Göttingen. Doch spielt die SVG heute Abend noch im Viertelfinale des Sparkasse Göttingen Cup (und bei Sieg auch Donnerstag), so dass das Spiel möglicherweise noch eine Woche verschoben wird.

Kaul und Galante stark

„Wenn man nichts anbietet, kann man auch nichts holten“, meinte Northeims Trainer Wolfgang Schmidt. Dessen Mannschaft wirkte in vielen Szenen pomadig, ja fast überheblich, ließ die SVGer häufig ungestört kombinieren. Schmidts Kollege Nolte wusste, wo es bei den Northeimern anzusetzen galt, die letzte Saison 55 Gegentreffer kassierten. „Also wussten wir, dass Northeim in der Defensive die Schwachstelle besitzt“, so Nolte. Und die ansonsten starke Northeimer Offensive erwies sich noch nicht einmal als laues Lüftchen. Zwei Schüsse von Thorben Rudolph (4.) und Christian Horst (23.) – ansonsten aber überboten sich die Stürmer der Gäste an Harmlosigkeit.

Und die SVG? Schaltete häufig zu schnell für die Northeimer von der Defensive in die Offensive um. Vorn wirbelten dann Florian Evers und der bärenstarke Stephan Kaul, der den Vorzug vor Ali Ismail erhalten hatte. Und auf der Sechserposition ließ SVG-Neuzugang Marco Galante nur wenig bis gar nichts zu, war überall zu finden. „Kaul war in der ersten Halbzeit sensationell“, lobte Nolte seinen in der Winterpause von den Freien Turnern an den Sandweg gewechselten Angriffsspieler. Und auch Galante sah Nolte als „eine echte Verstärkung für uns. Er war über 90 Minuten exzellent“.

Schmidt verzichtete in der Startelf verletzungsbedingt auf Torjäger Melvin Zimmermann und der Neuzugang von Göttingen 05, Lamine Diop schmorte 90 Minuten auf der Bank. „Vor uns liegt noch sehr viel Arbeit. Der Ex-05er Christian Horst, den Schmidt nach der Halbzeitpause vom Mittelfeld in die Defensive beorderte, war verständlicherweise enttäuscht. „Es war ein ganz schwacher Auftritt von uns. Ein verdienter Sieg der SVG“, zeigte sich Horst als fairer Verlierer. Er sorgte mit dafür, dass den Schwarz-Weißen in der zweiten Halbzeit kein weiteres Tor mehr gelang.

Die SVG scheint, und das hat nicht nur dieses Pokalspiel gezeigt, gerüstet zu sein für die Oberliga. Und wieder zeigte sich wie auch in den Vorbereitungsspielen zuvor gegen Goslar und Hildesheim, dass Nolte über ein seit drei Jahren fast unverändert gut eingespieltes Team verfügt. (gsd)

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