Gleise, Straßen und Radwege

Niedersachsen investiert eine Milliarde Euro in Verkehrsinfrastruktur - aber Klagen bremsen Großprojekte aus

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Widerstand: Menschen protestieren gegen die geplante Autobahn 39, die „Heideautobahn“. Hier ein Protestplakat bei Jembke (Kreis Gifhorn).

Frische Autobahnspuren, neue Gleise und Radwege: Mehr als eine Milliarde Euro soll 2020 in die Verkehrswege in Niedersachsen investiert werden

Und das sowohl in Autobahnen und Bundesstraßen als auch in das Landstraßennetz fließen laut Verkehrsministerium große Beträge. Hohe Summen sind ebenfalls für den Erhalt und Ausbau des Bahnnetzes eingeplant.

Manche große Neubauprojekte bei Autobahn und Eisenbahn aber kommen auch 2020 aus dem Planungsstadium nicht heraus. Sowohl bei der Küsten- und Heideautobahn als auch den ICE-Strecken von Hannover nach Bielefeld, Hamburg und Bremen ist ein Baustart weiterhin nicht absehbar.

Straßennetz

In Autobahnen und Bundesstraßen werden nach der Planung 938 Millionen Euro investiert, nach 985 Millionen 2019 und 888 Millionen 2018. So viel Geld wie in den vergangenen Jahren sei vorher noch nie in das Fernstraßennetz in Niedersachsen investiert worden, heißt es aus dem Ministerium. Und in das Landstraßennetz – hier geht es um 8000 Kilometer mit etwa 2000 Brücken und 4600 Kilometer Radwege – fließt eine Rekordsumme von 117 Millionen Euro, 2019 waren es 115 Millionen Euro. Für das beschleunigte Sanieren von Ortsdurchfahrten sind 15 Millionen Euro vorgesehen.

Radwege

19 Millionen Euro fließen in Sanierung und Neubau von Radwegen entlang der Landstraßen.

Ortsumgehungen

In Betrieb gehen sollen 2020 einige Ortsumgehungen. Im Frühjahr ist die Freigabe der B3-Umfahrung von Hemmingen bei Hannover geplant und im Sommer die Freigabe der B243-Verlegung von Bad Sachsa bis zur thüringischen Landesgrenze einschließlich der Umfahrung von Mackenrode in Thüringen. Als Zubringer zu den Autobahnen 7 und 38 ist die Verbindung für beide Bundesländer von Bedeutung.

Planungen stocken

Teils bereits erfolgreiche Umweltklagen bremsen unterdessen weiter die Küstenautobahn A 20 und die Heideautobahn A 39 aus. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht im Sommer einigen Klagen gegen einen ersten genehmigten Abschnitt der 105 Kilometer langen A 39 stattgab, muss Niedersachsen hier die Planung nachbessern.

Auch für einen ersten Abschnitt der A 20, für den eine Baugenehmigung vorliegt, arbeitet das Land nach dem Urteil zum Grundwasserschutz die Planung nach, außerdem muss hier ohnehin noch das Bundesverwaltungsgericht über Klagen entscheiden. Parallel laufen aber für etliche weitere Abschnitte beider Autobahnen die Planfeststellungsverfahren.

ICE-Strecken

Viele hundert Millionen Euro will die Deutsche Bahn in Sanierung und Ausbau ihres Netzes investieren, die genaue Summe wird im Februar beziffert.

Weiter im Planungsstadium ist der Ausbau der Strecke von Hannover nach Hamburg und Bremen, der die Fahrt der ICE-Züge beschleunigen und Güterzügen ein besseres Durchkommen ermöglichen soll.

Noch keinen Planungsauftrag gibt es für die umstrittene Schnellfahrtrasse von Hannover nach Bielefeld. Kommunen in der Region wollen lieber einen Ausbau bestehender Gleise, einen nennenswerten Zeitgewinn auf der wichtigen Route Richtung Ruhrgebiet bietet aber nur eine Neubaustrecke.

Bahnhöfe

Weiter voran kommt die Modernisierung von Bahnhöfen, mit Beteiligung des Landes. Beendet werden sollen so 2020 auch die Modernisierung des Braunschweiger Hauptbahnhofs sowie der Station in Bad Sachsa im Harz. (mit lni)

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