Höheres Tempo

Niedersachsen will noch mehr mobile Impfteams auf die Straße bringen

Eine Spritze wird aufgezogen.
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Höheres Tempo bei der Corona-Impfung: Die Landesregierung will die Anzahl der Impfteams erhöhen (Symbolbild).

Niedersachsen will das Impftempo mit mehr mobilen Teams deutlich erhöhen. Dazu soll die Quote an Impfteams pro Landkreis oder kreisfreier Stadt steigen.

Hannover/Göttingen – Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte kürzlich die Landkreise und kreisfreien Städte angewiesen, pro 40 000 Einwohner jeweils ein Team einzurichten. Das wären landesweit 224 Impfmannschaften. Bis dahin lag die Quote pro Team bei 70 000 Einwohnern.

Nun informierte das Sozialressort die Kommunen, dass diese bei Bedarf mehr Impfteams aufbauen könnten und sollten. Auf Antrag bekommen die Kreise dafür auch die Sachausstattung aus dem Bestand der aufgelösten Impfteams sowie eine pauschale Vergütung für Personal- und Lagerkosten. Voraussetzung: Die bisher vorgesehene Anzahl an Teams ist wirklich 40 Stunden die Woche im Einsatz.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „So viele Impfmöglichkeiten wie möglich“

„Wir wollen so viele Impfmöglichkeiten wie möglich schaffen“, sagte Behrens unserer Zeitung. „Wenn vor Ort Bedarf für weitere Impfteams gesehen wird und das erforderliche Personal da ist, ermöglichen wir selbstverständlich die Aufstellung von weiteren Impfteams.“ Diese könnten sowohl mobil als auch stationär impfen.

Als neue Zielmarke nannte das Sozialressort in Hannover die Zahl 250. Die mobilen Impfteams sollen laut Erlass, der unserer Zeitung vorliegt, ausdrücklich auch „boostern“, also Auffrischungsimpfungen gegen Corona vornehmen. Außerdem fordert das Ministerium darin niedrigschwellige Einsätze durch die Nutzung zentraler, hochfrequentierter, öffentlicher Orte und Plätze sowie durch die Nutzung lokaler, öffentlicher fester Räume, insbesondere in den Gesundheitsämtern oder anderen geeigneten kommunalen Räumlichkeiten.

Göttingen: Impfung verstärkt auch an festen Orten

Eben das soll in Göttingen geschehen, wie Stadt-Sprecher Dominik Kimyon sagte: „Wir wollen die Teams verstärkt auch an festen Orten einsetzen, das ist effektiver.“ So hatte es kürzlich auch das Göttinger Stiko-Mitglied Prof. Eva Hummers gefordert. Im Landkreis Göttingen wurde von fünf auf acht Teams aufgestockt, jetzt sollen zwei weitere Impfmannschaften hinzukommen, heißt es. In Göttingen werden auch Räume im ehemaligen Impfzentrum Siekhöhe genutzt, in dem aber bereits eine Nachnutzung – auf Zeit – durch das Göttinger Symphonie-Orchester läuft.

Das Ministerium will sich außerdem für den Abbau von rechtlichen Hürden bei der Rekrutierung von Impfärzten einsetzen. So verbietet die gültige Impfverordnung des Bundes Medizinern ohne Krankenkassenzulassung oder Vollzeitjob in einer Praxis für Privatpatienten offenbar den Dienst an der Spritze. Pensionierte Ärzte beklagen sich, dass ihre Hilfe nicht erwünscht sei. Ministerin Behrens will diesbezüglich nachbessern. (Peter Mlodoch und Thomas Kopietz)

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