Geld aus Nachtragshaushalt

Niedersachsen pumpt zehn Millionen Euro in die Corona-Forschung

Niedersachsen pumpt zehn Millionen in die Corona-Forschung
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Imposantes Bauwerk: Das Mehrzweckgebäude am Deutschen Primaten Zentrum (DPZ) in Göttingen.

Niedersachsen wird für die Corona-Forschung zehn Millionen Euro locker machen: Auch das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen erhält Geld für die Corona-Forschung.

Knapp zehn Millionen Euro aus dem niedersächsischen Nachtragshaushalt sollen an Forschungseinrichtungen fließen, die an Projekten zur Bekämpfung des Coronavirus kämpfen. Auch ein Projekt in Göttingen wird bedacht: So gehen mehr als zwei Millionen Euro an das Deutsche Primatenzentrum (DPZ).

Corona: Wirkstoff-Forschung

Die Forscher dort beschäftigen sich auch mit der Suche nach bereits vorhandenen Wirkstoffen, die bei der Behandlung von Covid19-Infizierten helfen können – und war damit weltweit früh dran (wir berichteten).

Corona: DPZ-Forscher früh dabei

Die Wissenschaftler am DPZ jedenfalls waren schon Mitte März optimistisch, dass bald wirksame Medikamente gegen Covid-19 verfügbar sein werden. Ihre Zuversicht fußt auf der Erkenntnis, dass sie nun wissen, wie das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 in Zellen eindringt. Nur so ist eine Infektion möglich. Sie identifizierten – ausschließlich über die Untersuchung von Zellkulturen, also nicht am lebenden Objekt, ein zelluläres Enzym, das für Eintritt des Coronavirus in die Lungenzellen wichtig ist. Es heißt „Protease TMPRSS2“.

„Damit haben wir einen Ansatzpunkt zur Bekämpfung des Virus gefunden“, sagt Stefan Pöhlmann, Leiter Abteilung Infektionsbiologie am Göttinger DPZ. Auch, weil bekannt ist, dass das in Japan zugelassene Medikament Camostat Mesilate genau „Protease TMPRSS“ blockiert.

Corona: Sechs Millionen Euro für MHH

Mit mehr als sechs Millionen Euro fließt der Löwenanteil der Förderung des Landes aber an die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die sich mit der Aufklärung der Krankheitsentwicklung, des Schweregrads der Krankheit, mit der Verbesserung der Behandlung von Covid-19-Patienten, mit Antikörperforschung und Impfstofftestung beschäftige, wie es in der Mitteilung des Niedersächsischen Wissenschaftsministerium heißt.

Von Andreas Arens und Thomas Kopietz

Mehr Informationen zu Corona:

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Göttingen und Corona in Niedersachsen gibt es im jeweiligen News-Ticker. Entdeckungen von Infektionsbiologen aus Göttingen machen Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Sie geben neue Ansatzpunkte für Therapie und Impfstoff-Forschung.

Experten der Universitätsmedizin Göttingen haben einen einfachen test gefunden, der als frühes Warnsignal zur Erkennung von schweren Covid-19-Verläufen dienen kann. Auf der Suche nach einem Medikament gegen Corona haben Forscher aus Göttingen das Malaria-Mittel Chloroquin getestet. Sie sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen.

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