Baustellen, Personalengpässe, Störungen

Schwierigkeiten im Nahverkehr: Regionalzüge in Niedersachsen oft unpünktlich

+
Lob für die Pünktlichkeit der roten Triebwagen in Südniedersachsen gibt es von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. Allerdings fallen die Züge vergleichsweise oft aus.

Wer mit Regionalzügen in Niedersachsen unterwegs ist, muss mit Problemen rechnen. Die Verbindungen sind oftmals unpünktlich oder fallen sogar ganz aus. 

Grund für die Probleme sind die vielen Baustellen, Personalengpässe sowie technische Störungen, haben die Experten der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) herausgefunden.

Schwierigkeiten im Nahverkehr gibt es auch in Südniedersachsen: So entfielen im Dieseldreieck Hannover-Braunschweig-Göttingen der Deutschen Bahn zum Beispiel wegen Bauarbeiten der Bahn 2,3 Prozent der Zugleistungen – insgesamt 121 745 Kilometer.

Laut Landesnahverkehrsgesellschaft sind ungeplante Ausfälle für die Reisenden besonders frustrierend, weil sie sich in der Regel nicht darauf einstellen und in vielen Fällen von den Betreibern auf die Schnelle kein Notverkehr mit Bussen organisiert werden kann.

In Südniersachsen ist besonders die Strecke Northeim-Nordhausen betroffen 

Allein bei den roten Zügen der Bahn in Südniedersachsen waren dies mehr als 32 000 Zugkilometer. Zu den stark betroffenen Strecken gehörte dabei die Verbindung zwischen Northeim und Nordhausen.

Allerdings sind die Dieselzüge der Deutschen Bahn AG in Südniedersachsen vergleichsweise pünktlich, ergab die Erhebung der LNVG. 95,8 Prozent aller Züge fahren genau nach Plan. Das bedeutet im Niedersachsen-Vergleich Rang zwei für dieses Eisenbahn-Unternehmen. Beim Metronom sind etwa neun von zehn Zügen planmäßig unterwegs.

Nur zu 85,1 Prozent pünktlich (minus 1,7 Prozent im Vergleich zu 2017) waren im vergangenen Jahr die Züge zwischen Hannover und Norddeich sowie zwischen Osnabrück und Bremerhaven. Dort ist ebenfalls die Deutsche Bahn unterwegs.

Neues Personal soll bei Ausfällen von Lokführern entlasten

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, hat die Landesnahverkehrsgesellschaft reagiert und nimmt die Verkehrsunternehmen stärker in die Pflicht: „Wir haben bereits begonnen, in europaweiten Ausschreibungen, wo wir die Federführung haben, je nach Größe des Netzes bestimmte Quoten für die Ausbildung von Lokführern vorzugeben“, sagt LNVG-Chefin Carmen Schwabl. 

Außerdem werden bestimmte Personalreserven festgelegt, die bei Ausfall von Lokführern zum Einsatz kommen. Das gilt auch für Fahrzeugreserven. „Die wird aktiviert, wenn Züge zum Beispiel wegen technischer Störungen liegen bleiben oder nach einem Unfall in die Werkstatt müssen“, sagt Schwabl.

Allerdings räumt die LNVG auch ein: Häufig sind die Verkehrsunternehmen nicht selbst für die Probleme verantwortlich, weil externe Faktoren wie Baustellen oder Witterungseinflüsse die Fahrpläne durcheinanderwirbeln. 

Für verspätete oder ausgefallene Regionalzüge behält die Landesnahverkehrsgesellschaft übrigens Geld ein. Im vergangenen Jahr waren dies 6,2 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.