Sozialministerin Behrens (SPD) kündigt an

Niedersachsen verimpft zügig alle Astrzeneca-Bestände

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) – Zweite von links – stattete Sartorius und dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg (rechts) am Freitag einen Besuch ab. Sie informierte sich auch über die Zusammenarbeit mit Impfstoff-Hersteller Biontech. Begleitet wurde Behrens von dem Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD, links) und Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta (SPD).
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Besuch: Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) – Zweite von links – stattete Sartorius und Vorstandsvorsitzendem Dr. Joachim Kreuzburg (rechts) am Freitag einen Besuch ab. Sie informierte sich auch über die Zusammenarbeit mit Impfstoff-Hersteller Biontech. Begleitet wurde Behrens von dem Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD, links) und Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta (SPD).

In Niedersachsen werden am Wochenende und in der kommenden Woche die restlichen etwa 100 000 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca verimpft und nicht mehr für Zweitimpfungen zurückgehalten.

Göttingen - Das kündigte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag bei einem Besuch in Göttingen an. Das Land werde auch keinen weiteren Astrazeneca-Impfstoff mehr bestellen – stattdessen nur noch jenen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna.

„Wir befinden uns in einer Krise und in einer Krise verteile ich den Impfstoff nicht auf mehrere Wochen. Krise bedeutet Impfstoff verimpfen, wenn er vorhanden ist“, stellte Behrens klar und schob nach: „Impfstoff hilft nicht, wenn er herumliegt.“ So, wie es im Göttinger Impfzentrum gemacht werde, sei es richtig.

Auch für Niedersachsen geht die Ministerin – wenn die Lieferzusagen vom Bund zutreffen – davon aus, dass die Priorisierung beim Impfen, wie von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag angekündigt, im Juni aufgehoben werden kann. Bis dahin aber gelte es, zunächst die gefährdeten und alten Menschen zu impfen. „Es gibt noch zu viele über 70-Jährige, die nicht geimpft worden sind.“ Auch müssten die über ihre Arbeit gefährdeten Menschen aus bestimmten Berufsgruppen, die in Priorität 3 gelistet sind, zu impfen. Erst danach könne man die Priorisierung fallen lassen.

Daniela Behrens blickt positiv nach vorn: Die Landesregierung erwarte, dass bis Ende Juni, Anfang Juli die allermeisten Niedersachsen eine Erstimpfung erhalten haben – und sehr viele bereits eine Zweitimpfung. „Da ist eine tolle Perspektive.“

Die Gesundheitsministerin machte in Göttingen zunächst Station bei bei dem erfolgreich operierenden Life-Science-Konzern Sartorius, der maßgeblich in die Entwicklung und in die Produktion des Impfstoffes von Biontech eingebunden ist. Die von dem Hersteller am Freitag angekündigte Produktionssteigerung geht auch mit auf die Kappe von Sartorius. So konnten die dafür notwendigen Bioreaktoren in ihrer Kapazität verdoppelt werden, wie Sartorius-Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg gegenüber unserer Zeitung sagte.

Die Sozialministerin bezeichnete Sartorius als ein „sehr wichtiges Unternehmen im Gesundheitsbereich für Niedersachsen“. Sie wollte sich mit dem Besuch auch einen Überblick über die Zusammenhänge der Produktionsabläufe und die Kooperation von Sartorius und Biontech verschaffen, wie sie sagte. „Denn Sartorius ist ein ganz wichtiger Partner für Biontech.“ Das unterstrich Joachim Kreuzburg: Beim Aufbau der neuen Biontech-Produktionsstätte in Marburg seien auch Sartorius-Techniker und -Experten häufig vor Ort gewesen. „Da gibt es eine handfeste Zusammenarbeit, die nicht aus der Ferne geschieht“, betonte Joachim Kreuzburg, der sich übrigens über den Besuch einer „sehr interessierten“ Ministerin Behrens freute.(Thomas Kopietz)

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