Abschlussprüfungen

Niedersachsen verschiebt den Abitur-Beginn in den Mai

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Abitur in der Corona-Krise in Niedersachsen: Die erste Prüfung soll am 11. April geschrieben werden.

Jetzt also doch: Die Abschlussprüfungen an Niedersachsens Schulen können nicht wie geplant beginnen. Tausende Schülerinnen und Schüler bekommen somit mehr Zeit zur Vorbereitung auf Abi & Co.

  • Wegen der Corona-Krise wird der Beginn der Abschlussarbeiten an den Schulen in Niedersachsen verschoben.
  • Die Abi-Klausuren werden zwischen dem 11. und 30. Mai geschrieben.
  • Die Abschlussarbeiten in den Klassen 9 und 10 starten am 20. Mai.

Die Abschlussprüfungen an Niedersachsens Schulen werden wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. „Ich möchte, dass alle Schülerinnen und Schüler auch die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover. Die Abiturklausuren werden vom 11. bis 30. Mai geschrieben und damit rund drei Wochen später als geplant. Die Abschlussarbeiten der 9. und 10. Klassen beginnen am 20. Mai.

Abschlussarbeiten in Niedersachsen: Abgestuftes Szenario

Ob dieser neue Zeitplan zu halten ist, soll kurz nach Ostern beurteilt werden. Schlimmstenfalls könnten die Schulen sogar bis zum Sommer geschlossen bleiben und bis zu den Ferien gar kein Unterricht mehr stattfinden. Das sei die letzte Variante eines abgestuften Szenarios, sagte Tonne. Zunächst sei aber der Plan, dass die Schule am 20. April wieder starte – auch für die Abiturienten, die ursprünglich vom 15. April an wieder Unterricht gehabt hätten.

Eine Überlegung sei zudem, beim Neustart der Schulen in Etappen vorzugehen. Demnach könnten zunächst die Abiturienten und Oberstufenschüler zurückkehren, dann die Schüler der Klassen fünf bis zehn und schließlich die Grundschüler.

Abschlussarbeiten in Niedersachsen: Bewerbungsfristen

Mit der Verschiebung des Abiturs soll die Vergabe der Zeugnisse bis zum 10. Juli noch möglich sein. Das ist wichtig, da andernfalls auch die Bewerbungsfristen der Hochschulen angepasst werden müssten.

Ursprünglich sollten die ersten Abiklausuren am 20. April geschrieben werden, die letzten waren für den 13. Mai geplant. Wegen der Rückkehr der Gymnasien zum Abi nach 13 Schuljahren gibt es in diesem Jahr zwar deutlich weniger Abiturienten im Land als sonst – dennoch sind rund 11 500 angehende Abiturienten betroffen. In den Jahrgängen 9 und 10 gibt es zudem jeweils rund 30 000 Schülerinnen und Schüler an Ober-, Gesamt-, Real- und Hauptschulen, von denen aber nicht alle die Abschlussprüfungen ablegen müssen.

Schon am Mittwoch hatte Tonne nach einer Telefonschalte der Kultusminister im Landtag erklärt, ihm sei an einer zwischen den Ländern abgestimmten Lösung gelegen. Am Freitag verschob auch das Nachbarland Nordrhein-Westfalen die Prüfungen um drei Wochen.

Abschlussarbeiten in Niedersachsen: Weitere Pläne 

Sollte jedoch auch der neue Zeitplan angesichts der Pandemie nicht zu halten sein, fielen die Prüfungen in Niedersachsen aus, sagte Tonne. Das Abitur werde dann anhand der Noten der vier zurückliegenden Schulhalbjahre erteilt, die normalerweise zwei Drittel der Abschlussnote ausmachen. Auch die Abschlüsse der Sekundarstufe I würden dann "auf Grundlage der vorliegenden Leistungen" vergeben.

Viele Schülerinnen und Schüler können mit der Verschiebung um drei Wochen wohl gut leben. Sie haben zwar wegen der Corona-Zwangspause schon länger keinen Unterricht, dafür aber jetzt mehr Zeit, sich auf den Prüfungsstress vorzubereiten.

Abschlussarbeiten in Niedersachsen: Vorbereitung geht weiter

Unabhängig von der aktuell zugespitzten Situation nutzen laut Kultusministerium viele Schüler zur Prüfungsvorbereitung veröffentlichte Materialien von Verlagen, die Aufgaben zurückliegender Abschlussprüfungen für Übungszwecke aufbereiten.

Eine aktuell neue Möglichkeit zur Prüfungsvorbereitung stellen Lern-Plattformen im Internet dar. Beispielsweise simpleclub oder sofatutor bieten Schulen für die Zeit der Schulschließungen kostenlosen Zugänge. Die Schulleitungen können entsprechende Lizenzen für ihre Schülerschaft freischalten lassen. Neben vielen Lernvideos und unterschiedlichsten Aufgabenformen können sich Schülerinnen und Schüler auf die Prüfungsfächer abgestimmte Lernpläne erstellen lassen. An weiteren Angeboten wird laut Kultusministerium gearbeitet. mit dpa

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