Splitter aus Hannover

Niedersachsens Ministerpräsident Weil gibt sich lieber akkurat als zerzaust

Zerzaust und akkurat: Stephan Weil zeigte in den sozialen Netzwerken, wie sehr ihm der Frisör gefehlt hat.
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Zerzaust und akkurat: Stephan Weil zeigte in den sozialen Netzwerken, wie sehr ihm der Frisör gefehlt hat.

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat wieder genau hingeschaut und -gehört. Das Ergebnis: Die Splitter aus der Landeshauptstadt.

Hannover - Nach dem Hinweis auf warnende Worte des britischen Premierministers Boris Johnson verglich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Corona-Lage im Insel-Königreich mit der im eigenen Land. Hier laufe es doch deutlich besser, erklärte Weil. Mit einem Frisurenvergleich wolle man erst gar nicht anfangen, warf ein Zeitungsreporter mit einem zwinkernden Blick auf den wüsten Wuschelkopf Johnsons ein. Weil wusste allerdings nicht so recht, ob er das vielleicht doch als böse Lästerei auffassen sollte. „Das war ein Kompliment“, stellte der Medienmann flugs klar. Wie sehr sich der Ministerpräsident aber das Wiederöffnen der Friseursalon ersehnte, bekundete er in den sozialen Netzwerken mit einem Foto, das ihn mit vom Wind zerzausten Haaren zeigte. Jetzt ist der Spuk vorbei; der Regierungschef verfügt wieder über einen akkuraten Schnitt, wie das über Instagram und Co verbreitete Vorher/Nachher-Bild beweist.

Ober sticht Unter. Ohne Zögern akzeptierten Niedersachsens Grüne die alte Kartenspieler-Weisheit, die so gut ins wahre Leben passt. Landeschefin Anne Kura und Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg hatten für Montagmittag in eine Video-Pressekonferenz zum Schulalltag in Corona-Zeiten eingeladen – ordnungsgemäß mit mehreren Tagen Vorlauf. Doch dann platzte die SPD/CDU-Landesregierung dazwischen und meldete zur gleichen Zeit eine Pressekonferenz für ihren Lockerungsplan an. Die Grünen sagten ob dieser mächtigen Konferenz natürlich sofort ab und präsentierten keine zehn Minuten später einen Ersatztermin. Kleiner Trost: Wenn sie irgendwann mal selbst regieren sollten, könnten sie sich revanchieren.

Angeln hat etwas Beruhigendes. Gerade in diesen Zeiten. Etwas beunruhigt waren allerdings zahlreiche Petri-Jünger, weil sie nicht wussten, ob und wann sie wieder ihrem Hobby an den gewerblichen Angelteichen nachgehen konnten. Mindestens 40 davon gibt es in Niedersachsen. Aber als was gelten diese? Vergnügungspark? Zoo? Spielplatz? Die Corona-Verordnung hatte für diese Art der Freizeitbeschäftigung keine passende Regel. Etliche Anrufer wandten sich besorgt an die Staatskanzlei und die für Fischerei zuständige Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Die konnte nun freudig Abhilfe verkünden. „Angeln in gewerblichen Angelteichen wieder erlaubt“, teilte das Ministerium mit. Man habe die Verordnung entsprechend „angepasst“. Allerdings: „Die vorgeschriebenen Abstandsregeln“ müssten natürlich auch dort eingehalten werden.

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