WAHLKAMPF

Norbert Röttgen spricht auf Einladung von Fritz Güntzler: Wahlkampf der inhaltlichen Art

Fritz Güntzler und Norbert Röttgen sind im Gespräch und stehen dabei an Bistrotischen.
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Wahlkampf: Norbert Röttgen (CDU) und Fritz Güntzler im Autohaus Peter. Röttgen bot inhaltlichen Wahlkampf, den er in diesem Jahr vor der Bundestagswahl oft vermisst, wie er sagte.

Der Wahlkampf ist auf Kommunal- und Bundesebene in der „heißen Phase“. Das wurde auch auf einer großen CDU-Wahlkampfveranstaltung im Göttinger Autohaus Peter deutlich.

Göttingen – „Alle – auch wir – reden in diesem Wahlkampf zu wenig über Inhalte, dabei gibt es die Themen doch.“ In kleiner Runde sagte der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU), nach der letzten Bundestagssitzung am Vormittag und seiner großen Wahlkampfveranstaltung, was ihn stört. Das sollte am Dienstagabend im Göttinger Autohaus Peter vor 300 Gästen anders werden.

Denn auch der Stargast des Abends, Norbert Röttgen, bemängelt später, dass es so viel Politikstoff gebe, über den man reden müsse, aber so wenig davon im Wahlkampf zu hören sei. Also liefert Röttgen eine gut 45-minütige, inhaltsstarke Rede – abseits üblicher Wahlkampfslogans.

Gut gelaunt: Norbert Röttgen im Autohaus Peter in Göttingen.

Bundestagswahl stellt bedeutende Weichen in diesem Jahrzehnt

„Es geht um ganz viel bei dieser Wahl“, um bedeutende Weichenstellungen in einem Jahrzehnt, das „enorm wichtig“ für Deutschland und die Welt sein werde, in dem Fragen beantwortet werden wie: „Werden die transatlantischen Beziehungen halten? Ist China dann die wirtschaftlich stärkste Macht, die der Welt die Regeln diktiert? Ist es mit dem Klimaschutz vorangegangen?

„Wir werden wieder mit gewaltigen Hausforderungen konfrontiert sein, vorhersebare und überraschende, von denen wir noch nichts wissen“, schaut der versierte Außenpolitiker voraus, der die Bundesrepublik nie isoliert betrachtet, sondern stets auch in ihrer internationalen Rolle.

„Es wird dabei auf Deutschland ankommen“, sagt er. Röttgen wünscht sich ein international aktives Deutschland. Eines, das Partner in Europa, wie Frankreich und Polen sucht, um in Abstimmung mit den USA international Einfluss nehmen zu können. Ein bedeutungsloses Deutschland, das könnte Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, nicht ertragen.

„Wir leben in einer Zwischenzeit“, sagt Röttgen und fügt an: „Wir dachten, wir wären von Freunden umzingelt. Das ist mit dem Wechsel zur aggressiven russischen Außenpolitik vorbeigegangen.“ Man befinde sich im Kampf um eine Neuordnung. Cyberattacken, um Einfluss auf Wahlen zu nehmen, kündeten davon.

Norbert Röttgen: „Wir sind nicht ausgeliefert.“

Es ist still im Autohaus. Keiner klatscht, alles klingt deprimierend. Aber Norbert Röttgen zeigt lediglich auf, wie es ist – um sogleich ins Positive umzuschwenken: „Nichts ist naturgegeben, alles ist Politik und die Chance auf Gestaltung. Wir sind nicht ausgeliefert. Machen wir nichts, hat unsere künftige Generation keine Möglichkeit zu gestalten.“

So lässt sich der Bogen zur CDU, zum Heute spannen. Seine Partei stehe für einen Klimawandel mit den Menschen. Dazu brauche man die ökonomische Kompetenz, Kooperation und Technologieoffenheit, kurzum: eine marktwirtschaftliche Klimapolitik. „Wer das Klima retten will, braucht China.“ Deutschland müsse China zeigen, dass Klimaschutz wirtschaftlichen Erfolg bringen könne.

Deutschland wiederum brauche dringend eine Modernisierung, Digitalisierung und Entbürokratisierung, fordert Röttgen. Es gibt zu viele Vorschriften, eine oft zu langsame Umsetzung. Das habe auch die Flutkatastrophe gezeigt.

Auch die CDU habe Dinge nicht rechtzeitig erkannt. Sie habe aber die Grundausstattung an Kompetenz und Köpfen, um Antworten auf Fragen zu liefern. „Nutzen wir die Zeit, um etwas Sinnvolles aus dem Wahlkampf zu machen.“ Und danach, möchte mancher der CDU-Anhänger in der Autohaushalle ergänzen, die Röttgen lange applaudierten.

Fritz Güntzler, der Optimist in Person, schaut positiv nach vorn, geht davon aus, dass Ehsan Kangarani und Marlies Dornieden bald Oberbürgermeister und Landrätin sind – für die CDU. Beide präsentierten sich in einer Talkrunde den Gästen – und erhielten viel Applaus. (Thomas Kopietz)

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