Antje Haupt wird U20-Landesmeisterin 

Landesmeisterschaft im Poetry Slam: Rita Apel siegt in Lokhalle

Göttingen. Mit ihrem Appell für mehr Mitmenschlichkeit gewann Rita Apel aus Bremen die Landesmeisterschaft im Poetry Slam vor 1000 Zuhörern in der Göttinger Lokhalle. U20-Landesmeisterin wurde Antje Haupt aus Oldenburg.

Die Poetry Slam Landesmeisterschaften im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes bescherten den Fans in der Lokhalle einen Abend grandioser, berührender aber auch humoristischer Wortakrobatik. In der von den langjährigen Organisatoren Christopher Krauß und Felix Römer moderierten Veranstaltung hielten sich Momente des Nachdenkens und Lachens die Waage.

Rita Apel überzeugte mit ihrem ersten Text über frustrierte Frauen und rührte das Publikum im Finale mit ihrem einfühlsamen und kritischem Text „Mir doch egal“. „Für die große Gleichgültigkeit unserer Zeit hält die Sprache zu wenig Wörter bereit“, sagte die 59-Jährige unter tosendem Applaus über ihren Appell an die Mitmenschlichkeit. Als Landessiegerin qualifizierte sie sich für die deutschsprachigen Meisterschaften Ende Oktober in Dresden.

Platz zwei ging an Ninia La Grande aus Hannover, die mit Wortwitz Einblicke in ihre Besuche im Fitnessstudio und bei der Gynäkologin gewährte. Sebastian Hahn holte mit seinen Texten „Lebkuchen oder wie meine Familie meinen Körper formte“ und „Warum der Winter nicht toll ist“ Platz drei nach Emden. Das hohe Niveau der neun Teilnehmer honorierten die sieben zufällig ausgewählten Juroren aus dem Publikum mit Punktzahlen zwischen sieben und zehn. Das Trio von „Allen Earnstyzz“, deutschsprachige Vizemeister im Poetry Slam, hatte das Göttinger Publikum zusätzlich in Stimmung gebracht.

Landesmeisterschaft im Poetry Slam in Göttinger Lokhalle

Landesmeisterschaft im Poetry Slam in Göttinger Lokhalle

Im U20-Finale kam es zu einem dramatischen Höhepunkt: „Ich habe nicht damit gerechnet, noch mal hier zu stehen und habe alle meine Texte zuhause gelassen“, sagte Finalistin Antje Haupt aus Oldenburg. Sie trat an gegen Mirko Gilster aus Bremen, der mit „Ein Text, den Goethe nicht gemocht hätte“ sehr leidenschaftlich auftrat und überzeugen konnte. Die drittplatzierte Charlotte Temme wurde spontan nachnominiert während Antje Haupt nach Hause raste, um ihren Text zu holen. Gerade noch rechtzeitig stürmte sie zurück auf die Bühne und holte den Sieg, den sie nächstes Jahr auf der deutschlandweiten Ebene verteidigen will. (zli)

Von Lisa Brüßler

Rubriklistenbild: © Foto: Brüßler

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