Studentenwerk investiert 25 Millionen Euro

Nordmensa in Göttingen wird fit für die Zukunft gemacht

Geschlossen und Baustelle: Die Mitte der 80er-Jahre gebaute Nordmensa am Nordcampus der Universität Göttingen wird für die Zukunft fit gemacht
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Geschlossen und Baustelle: Die Mitte der 80er-Jahre gebaute Nordmensa am Nordcampus der Universität Göttingen wird für die Zukunft fit gemacht, erhält eine neue Küchen- und Gebäudetechnik und Raumaufteilung. Das Studentenwerk investiert aus Eigenmitteln und Krediten rund für 25 Millionen Euro.

Das Göttinger Studentenwerk hat ein außergewöhnliches Jahr in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte erlebt: Die Corona-Pandemie samt aller Auswirkungen hat die Arbeit und das Leben umgekrempelt. Trotz aller Schwierigkeiten schauen die Verantwortlichen nach vorne, sind offen für Neuerungen und das Angehen aufgeschobener Projekte.

Göttingen – Als solche nennt Studentenwerk-Geschäftsführer Prof. Jörg Magull Essen-Abholstationen und die für 25 Millionen Euro aus Eigenmitteln und Krediten sanierte „neue-alte“ Nordmensa.

„Wenn die Studierenden wie jetzt in der Corona-Krise nicht bei uns in den Mensen essen können, dann geben wir ihnen die Menüs eben künftig mit“, umreißt Magull die Idee der Abholstationen für Essen. „Die Mahlzeiten können dann von den Studierenden zu Hause in der Mikrowelle oder im Herd aufgewärmt werden“, schildert Magull und fragt suggestiv: „Warum denn auch nicht?!“

Neu denken, neu planen, das sei gefordert, seit das Corona-Virus viele der normalen Abläufe sowohl im Studentenwerk als auch im Studium über den Haufen geworfen hat. Die Mensen und Cafèterien sind geschlossen, wann sie wieder öffnen, das steht in den Sternen.

Die Sanierung der Nordmensa wurde verschoben, sollte 2020 starten. Jetzt aber wird gebaut. Und: Die Sanierung, oder besser der Umbau der Nordmensa wurde neu gedacht. Vorbei sind die Zeiten und Bedürfnisse von einst, zu Zeiten des Neubaus, Mitte der 80er-Jahre: Karte kaufen, Essen holen, Platz nehmen, Tablett abgeben und wieder gehen – so war die Nordmensa, zwischen Chemie und Forstwissenschaftlicher Fakultät am Nordcampus gelegen, damals konzipiert worden. So wird aus der Sanierung nun quasi ein Neu-Umbau , die Nordmensa wird umgekrempelt: technisch und energetisch auf den Stand gebracht und den Bedarfen von heute angepasst – „sie erhält ein modernes Gastronomiekonzept“, wie Jörg Magull sagt. Und die Nordmensa

Geschäftsführer Studentenwerk: Prof. Jörg Magull.

wird wachsen, die Nutzfläche beträgt nach Fertigstellung im nächsten Jahr rund 5500 Quadratmeter. Bisher waren es 3600 Quadratmeter. Seit den 80-er-Jahren aber ist der Nord-Campus extrem gewachsen, zusätzliche Institute, gewachsene Forschungseinrichtungen, neue Wohnheime. Folglich wird das auf die neue Nordmensa durchschlagen, die 1050 Sitzplätze bieten wird – zu 700 bisher.

Ersatz: Das Studentenwerk hat nahe der Nordmensa die „Lunchbox“ am Justus-von-Liebig-Weg postiert.

Das Raumkonzept wird ein anderes sein, wie Magull sagt: „Wir werden dort auch Gemeinschaftsräume einrichten.“ In zwei Multifunktionsräumen soll auch gelernt und gelehrt werden können. 400 Sitzplätze sollen im Untergeschoss zum Verweilen einladen. Es gibt flächendeckend W-Lan, man soll sich dort treffen zwischen den Lehrveranstaltungen, Kraft tanken, einen Kaffee und Snack genießen können. Das klingt fast paradiesisch in Lockdown-Zeiten, die gekennzeichnet sind von geschlossenen Türen und Mensen.

Jörg Magull jedenfalls hofft auf eine wieder „normale“ Zukunft. Er selbst mag sich beim Gang durch das Studentenwerk-Zentralgebäude noch immer nicht an die Ruhe, an dieses „seltsame Gefühl“, das ihn dann beschleicht, gewöhnen. Dennoch glaubt Magull, dass die Zeit nach dem Lockdown eine andere sein wird, für die Stadt Göttingen, für die Uni, auch für das Studentenwerk. „Studierende werden kürzer hier sein, werden viel mobil lernen – von wo auch immer“, sagt er nachdenklich. „Das wird sich auf Göttingen auswirken, auf die Stadt, die Gesellschaft, die Wirtschaft.“ Im Studentenwerk müsse man deshalb weiter denken, nicht nur an ein Zurück zum Ur-Zustand der Vor-Corona-Ära. Die Abholung von Speisen, die „neue“ Nordmensa seien auch Reaktionen auf die Corona-Krise, zwar nicht nur auf diese, aber doch beeinflusst. Das studentische Leben generell und in Göttingen ist im Umbruch. Magull folgert daraus: „Vieles verändert sich, also müssen auch wir uns verändern.“ (Thomas Kopietz)

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