Nordstadt soll anderes Gesicht bekommen - mehr Grün und neue Wege

Stadtteilumbau: Die Göttinger Nordstadt soll in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen werden und gezielt gestaltet werden. Foto: Rampfel

Göttingen. Die Göttinger Nordstadt ist vom Stadtkern ausgehend über Jahrzehnte stetig gewachsen – uneinheitlich und wenig strukturiert. Das Bild soll sich ändern, die Nordstadt entwickelt und schöner werden. Die Pläne wurden Anwohnern jetzt vorgestellt.

Zu viele große Parkplätze, zu wenig Grünflächen und Parks – das ist ein Kennzeichen der Nordstadt, deren Gebiet sich vom Uni-Campus im Süden bis zur B 27 „An der Lutter“ und von den Bahntrassen im Westen bis etwa zum Uni-Klinikum im Osten erstreckt. Der Versiegelungsgrad der Oberfläche sei sehr hoch, sagten die Experten, die das ändern wollen.

Auf dem alten Sartorius-Gelände an der Annastraße werden daher Tiefgaragenplätze gebaut.

Sartorius-Areal ist raus

Aber: Generell sei das Sartorius-Areal von den Planungen des Rahmenplans ausgeschlossen. Es wird vom Käufer „Hamburg-Team“ entwickelt, soll eine Mischnutzung unter dem Titel „Bilden, Gründen, Wohnen“ bieten. 450 Wohnungen sollen entstehen, Gebäude für den Gesundheitscampus Göttingen bieten. Auch Gastronomie ist vorgesehen

Ziele: Wege und Park

Ein Mitarbeiter des Kölner Planungsbüros „Astoc“ präsentierte nun die zentralen Inhalte des Rahmenplans, der als Leitfaden für die Entwicklung der Nordstadt gilt: Vorrangige Ziele der Quartiersentwicklung sind auch bessere Verbindungen von Ost nach West, und hier vor allem zwischen dem Sartorius-Gelände, entlang des Lidl-Marktes über die Goßlerstraße, durch den Nordstadtpark bis hin zur Universitätsmedizin. Lidl plane längerfristig einen Neubau, dann könnte Platz für einen Durchgang zur Goßlerstraße geschaffen werden. Der kleine Park zwischen Robert-Koch-Straße und den Hinterhäusern der Goßlerstraße soll zum großen Nordstadtpark wachsen.

Mehr Familien ansiedeln

Die Nordstadt soll zudem attraktiver für Familien werden. Sie fehlen dort. Von den fast 6.000 Einwohnern im Quartier sind 61 Prozent (ganz Göttingen: 27 Prozent) zwischen 19 und 30 Jahre alt. Das ist den vielen kleinen, auf Studenten zugeschnittene Wohnungen und der Nähe zu Uni und Kliniken zu schulden. Folge und Nachteil: Die Fluktuation durch Zu- und Wegzug ist im Vergleich zu anderen Stadtteilen extrem hoch.

Generell werde die Nachfrage nach Wohnungen steigen. Familien sollen nach Wünschen der Planer „für Stabilität in der Nordstadt sorgen“.

Wenig Ältere

Dafür ist der Anteil der Menschen über 60 Jahre in der Nordstadt mit neun Prozent gering, im Vergleich zu 22 Prozent in der Gesamtstadt. Wichtig seien deshalb bezahlbarer Wohnraum, Sozial- und Bildungseinrichtungen, kurze Wege und nahe Arbeitsplätze.

Geld vom Land

Die Stadt hofft auf Unterstützung von Außen und bereitet einen Projekt-Antrag auf Aufnahme in das Niedersächsische Städtebauförderungsprogramm vor. Der Bauausschuss berät am Donnerstag, 6. April, darüber. Ergebnisse sollen dem Rat am Freitag, 12. Mai, zum Beschluss vorgelegt werden. Der Antrag für das Städtebauförderungsprogramm muss bis zum 31. Mai in Hannover vorliegen. (ysr/tko)

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