Vorwurf eines Tötungsdeliktes ist aber vom Tisch

Spektakuläre Flucht vor der Polizei: 24-Jähriger fährt betrunken auf Beamten zu

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Ein 24-Jähriger aus dem Landkreis Northeim muss sich vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. 

Ein 24-Jähriger aus dem Landkreis Northeim muss sich wegen einer spektakulären Flucht vor der Polizei vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. 

Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Trunkenheit im Verkehr angeklagt.

Die Polizei hatte den 24-Jährigen nachts auf der Landesstraße bei Lenglern kontrollieren wollen, weil er mit einem nicht zugelassenen Pkw unterwegs war. Den Beamten war aufgefallen, dass an dem Auto ein entstempeltes Kennzeichen angebracht war, das für ein anderes Fahrzeug ausgegeben worden war. 

Ohne Führerschein und betrunken

Später stellte sich heraus, dass der Mann auch keinen Führerschein hatte, diesen hatte ihm der Landkreis Northeim entzogen. Außerdem war er nicht mehr fahrtüchtig, ein späterer Alkoholtest ergab 1,48 Promille.

24-Jährige ignoriert Haltesignale der Polizei

Um den Autofahrer zum Anhalten zu bewegen, überholten ihn zunächst zwei Polizisten mit ihrem Streifenwagen und schalteten die Signalanlage mit dem Hinweis „Bitte folgen“ ein. 

Eine zweite Funkstreife blieb hinter ihm und gab ebenfalls Anhaltesignale nach vorne. Der 24-Jährige habe daraufhin ein Wendemanöver eingeleitet und angehalten, heißt es in der Anklage. Ein Polizist sei auf das Auto zugegangen und habe mit einer Signalpistole in der Hand „Stehen bleiben, Polizei!“ gerufen.

24-Jähriger hält auf Beamten zu - der rettet sich mit Sprung in den Dienstwagen

Der 24-Jährige habe jedoch Gas gegeben. Als der Beamte daraufhin in die Luft schoss, sei der Angeschuldigte mit Vollgas auf ihn zugefahren. Dieser sei hinter die offene Beifahrertür des Streifenwagens gerannt. 

Der 24-Jährige habe mit seinem Auto die Beifahrertür gerammt, sodass diese zuschlug. Der Polizist sei hinter den Dienstwagen gesprungen und habe zweimal auf den rechten Vorderreifen des Fluchtwagens geschossen.

Flucht des 24-Jährigen endet wegen eines Reifenschadens

Der 24-Jährige flüchtete weiter, verfolgt von den beiden Streifenwagen. Auch eine in Ellierode eingerichtete Straßensperre hielt ihn nicht auf. Er fuhr einfach über den Grünstreifen am quergestellten Streifenwagen vorbei. In Hardgesen blieb sein Auto schließlich mit Reifenschaden liegen. Er flüchtete zu Fuß weiter, konnte aber kurz darauf in einem Gebüsch festgenommen werden.

Vorwurf des Tötungsdeliktes ist vom Tisch

Da anfangs der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts im Raum stand, hatte der 24-Jährige zunächst in Untersuchungshaft gesessen. Später kam er wieder auf freien Fuß. Nach Einschätzung der Ermittler hatte er bei seinem Zufahren auf den Polizisten darauf vertraut, dass dieser rechtzeitig zur Seite treten würde. 

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