Missgeschicke

Notizen aus Hannover: Wenn das Mikrofon des Ministerpräsidenten versagt

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Stellten die Steuerideen gemeinsam vor: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) und Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

Göttingen/Hannover. Politikern passieren bei ihren offiziellen Auftritten immer mal wieder Missgeschicke. HNA-Korrespondent Peter Mlodoch hat in Hannover genau hingeschaut.

Bei der Präsentation ihres Steuerkonzepts hatten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (beide SPD) nicht nur mit kritischen Journalistenfragen, sondern auch mit den Tücken der Technik zu kämpfen. Zwei der drei Mikrophone versagten. „Da hat Peter-Jürgen Schneider wahrscheinlich wieder an den Batterien gespart“, versuchte Weil mit einem Scherz über die eiserne Haushaltsdisziplin seines Kassenwarts die Panne zu übertünchen. Der Minister überging die launige Attacke, um beim nächsten Mikro-Aussetzer einen anderen Dreh ins Spiel zu bringen: „Daran sieht man, dass die Länder unterfinanziert sind.“

Um nur eine einzige Sekunde verfehlte CDU-Fraktionsvize Reinhold Hilbers eine Punktlandung. 20:00 Minuten Redezeit standen dem Finanzexperten für seine Kritik an der Regierungserklärung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu. 19:59 brauchte er tatsächlich. „Kompliment“, lobte ihn Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) freudig. Das sei ja völlig unerwartet. „Wenn Sie wollen, können Sie noch mal.“ Hilbers verzichtete dankend.

Ernst wurde Hausherr Bernd Busemann nach einem hitzigen Wortgefecht zwischen FDP-Fraktionschef Christian Dürr und dem sozialpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Uwe Schwarz. In der Debatte um das neue Ladenschlussgesetz hatte der Liberale dem Genossen mangelnden Durchblick vorgeworfen: „Sie sind doch blind!“ Solche Zwischenrufe seien zumindest „missverständlich“, warnte der Parlamentspräsident. Mit einer einfachen Entschuldigung sei die Sache aber erledigt. Dies sagte der FDP-Mann gern sofort zu - sehr zum Gefallen Busemanns: „Das wird, Herr Kollege Schwarz, Herr Kollege Dürr, unter gestandenen Parlamentariern geregelt. Ich darf mich bedanken.“

Der Weg in den provisorischen Landtag gestaltete sich kurzfristig etwas schwierig. Die Haupteingangstür zum Plenarsaal ließ sich nur äußerst schwer öffnen. „Wenn das doch nur das Einzige wäre, was hier klemmt“, lästerte ein rot-grüner Koalitionär mit Blick auf den Stress der Regierung wegen der Vergabeaffäre im Wirtschaftsministerium. Zumindest das Tür-Problem ließ sich durch ein paar gekonnte Handgriffe der Parlamentshandwerker schnell lösen.

Die Linken in Niedersachsen leiden nicht nur darunter, dass ihre Partei nicht im Landtag vertreten ist und daher in der Öffentlichkeit keine große Rolle spielt. Sondern Böses widerfährt ihnen auch bei einer großen Suchmaschine im Internet. Wenn man dort „Linke Ni…“ eingibt, erscheint als erster Vorschlag zwar die Landespartei, gefolgt aber von dem Hinweis „Linke Niere schmerzt“. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass auch viele andere Suchmaschinen-Anfragen absurde Vorschläge zum Vorschein bringen.

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