Lärmaktionsplan der Stadt

Ab 21. November: Von 22 bis 6 Uhr Tempo 30 auf sieben Göttinger Straßen

Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr: Das gilt ab 21. November auf der Königsallee zwischen Asternweg und Godehardstraße (oben im Bild) in Göttingen. Foto: Rampfel

Göttingen. Ab Freitag, 21. November, darf auf sieben ausgewählten Straßenabschnitten in Göttingen nachts zwischen 22 und 6 Uhr nur noch Tempo 30 gefahren werden. Die Einführung des Tempo-Limits ist Teil des Lärmaktionsplans der Stadt. Hier Fragen und Antworten zu dem Thema.

Warum wurde das Tempo-Limit beschlossen?

Dem Tempo-Limit zum Schutz der Bevölkerung vor Verkehrslärm gingen umfangreiche Untersuchungen voraus. Für Bereiche, in denen viele Anwohner von Lärm betroffen sind, sollen Möglichkeiten zur Lärmminderung aufgezeigt werden.

Wo soll nachts Tempo 30 gelten?

Auf sieben Straßenabschnitten in Göttingen wird nachts zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gelten:

• Reinhäuser Landstraße zwischen Walkemühlenweg und Kiesseestraße

• Stettiner Straße im Bereich Lotzestraße bis Reinhäuser Landstraße

• Königsallee im Bereich Asternweg bis Godehardstraße

• Jheringstraße zwischen Groner Landstraße bis Kommendebreite

• Kreuzbergring zwischen Weender Landstraße und Humboldtallee

• Von-Ossietzky-Straße im Bereich Merkelstraße bis Alfred-Delp-Weg

• Geismar Landstraße/Hauptstraße zwischen Breslauer Straße und Sandersbeek.

An diesen Straßen sind derzeit etwa 3100 Einwohner Lärmbelastungen in einer Höhe ausgesetzt, bei denen gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können.

Was bringt Tempo 30 für die lärmbetroffenen Einwohner?

Mit der Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h im innerstädtischen Bereich kann die Lärmbelastung deutlich (um zwei bis drei Dezibel) gesenkt werden. Für dieselbe Höhe der Lärmminderung wäre eine Halbierung des Verkehrsaufkommens erforderlich. Dies zeigt die Effektivität des Tempo-Limits.

Welche Auswirkungen sind für den Verkehr zu erwarten?

Die Einschränkungen für den Verkehr durch Tempo 30 nachts sind eher gering. Im Nachtzeitraum ist die Verkehrsbelastung deutlich niedriger als in den Tagstunden. Auch der häufig befürchtete Zeitverlust ist – im Vergleich zum erreichbaren Nutzen – gering. Der theoretische Zeitverlust durch Tempo 30 liegt im Vergleich zu Tempo 50 bei unter fünf Sekunden auf 100 Metern. Der Zeitverlust auf den betroffenen Strecken liegt zwischen zehn Sekunden (220 Meter, Jheringstraße) und 77 Sekunden (1600 Meter, Reinhäuser Landstraße). Im realen Verkehr sind diese Zeitverluste meist noch geringer.

Wie sind die Erfahrungen mit Tempo 30 in den Nächten in anderen Städten?

Göttingen ist nicht die erste Stadt, die Tempo 30 nachts zur Reduzierung der Lärmbelastungen umsetzt. Die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 als Möglichkeit zur Lärmminderung wurde nach einer Aufstellung des Umweltbundesamtes deutschlandweit bereits in weit über 50 Städten eingeführt, darunter in Celle und Braunschweig.

Halten sich die Autofahrer nachts an das Tempo-Limit?

Untersuchungen zeigen: Je länger das Tempo-Limit gilt, desto mehr Autofahrer halten sich daran. Nach etwa einem halben Jahr pendelt sich die Geschwindigkeiten auf einem stabileren Niveau ein.

Wie kann man die Einhaltung des Tempo-Limits erreichen?

Dazu heißt es vielsagend: „Zur Erhöhung des Befolgungsgrades wirken neben Radarkontrollen auch Dialogdisplays, Hinweise auf Schildern zum Grund der Tempo 30-Regelung (Lärmschutz) und zusätzliche Fahrbahnmarkierungen unterstützend.“ (bsc)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.