Strenge Vorschriften

Nur die Hälfte darf zum Unterricht: In Göttingen läuft der reguläre Schulbetrieb wieder an

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In Göttingen herrscht auf dem Schulhof Maskenpflicht: Tanja Laspe, Schuleiterin der IGS Göttingen (links).

Göttingen – Abstandsmarkierungen, offene Klassentüren, parzellierte Schulhöfe: Unter Hygieneauflagen läuft derzeit in Niedersachsen der reguläre Schulbetrieb schrittweise wieder an. Für Göttingens Viertklässler ging es am Montag wieder los.

Markierungen zeigen den Kindern der Groner Astrid-Lindgren-Schule, wo sie zu stehen haben. Auf dem Schulhof und im Schulgebäude, nicht aber in den Klassenräumen, herrscht Maskenpflicht. „Die Viertklässler verhalten sich vorbildlich“, freut sich Konrektorin Dorina Knospe. Gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen hat sie am Morgen 24 Kinder in Empfang genommen – die Hälfte der Schüler aus den drei vierten Klassen.

Eine Woche lang besuchen die Kinder nun den Unterricht an der Backhausstraße 14. Ihre Klassenkameraden werden in dieser Zeit zuhause unterrichtet. Dann wird gewechselt. „Wir haben Materialpakete, die die Kinder zu bestimmten Zeiten abholen und eine Woche später wieder abgeben können“, berichtet Knospe. Die Lehrer hielten über E-Mail Kontakt zu den Eltern und würden regelmäßig mit den insgesamt 180 Kindern telefonieren.

Bereits seit einer Woche läuft der Unterricht an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Geismar, der mit 1600 Kindern größten Schule der Stadt. Alle Abschlussklassen, die neunten, zehnten und 13. Jahrgänge, müssen erscheinen. Die wenigen, die keine Maske dabei haben, bekommen eine von der Schule gestellt. „Drei fleißige Näherinnen versorgen uns“, freut sich Schulleiterin Tanja Laspe. Auch die IGS-Klassen sind jeweils geteilt. Im Gegensatz zu den Grundschülern wechseln sie täglich zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling.

„Die Jugendlichen betreten nicht im Pulk, sondern einzeln die Schule“, berichtet Laspe. Schilder führen die Schüler so durchs Gebäude, dass sie sich möglichst wenig begegnen. Ein- und Ausgänge sind getrennt. Vor dem Betreten der Klassenzimmer müssen sich alle die Hände waschen. Lehrer passen vor den Waschräumen auf, dass auch dort die Mindestabstände eingehalten werden. Waschbecken in den Klassenräumen gibt es in der IGS, im Gegensatz zu vielen anderen Göttinger Schulen, nicht. Alle Türen stehen ständig offen, damit die Klinken nicht angefasst werden.

In den Klassenräumen sitzt jeweils nur ein Schüler an einem Tisch, die zwei Meter auseinander stehen. In den Pausen geht es auf das große Außengelände, das parzelliert ist. Mehrere Lehrkräfte – mehr als sonst – führen Aufsicht.

„Wir haben die 170 Schüler, die wir derzeit unterrichten, auf alle unsere fünf Gebäude verteilt“, berichtet Tom Wedins, der Direktor der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Schwieriger werde es, wenn die Zahl der Schüler in den kommenden Wochen nach und nach auf 650 Jugendliche steige, die Hälfte der insgesamt 1300 Kinder.

Am Montag in einer Woche beginnt der Unterricht in den Gymnasien, in denen es in diesem Jahr keinen Abiturjahrgang gibt. Los geht es mit den zwölften Klassen. Am Theodor-Heuss-Gymnasium erwartet Schulleiterin Ulrike Koller 100 von insgesamt 900 Schülern. „Sportunterricht gibt es vorerst nicht“, sagt sie. Eine Herausforderung ist der Unterricht der zweiten Fremdsprache, der bisher in klassenübergreifenden Gruppen erteilt worden ist. Das ist in Corona-Zeiten nicht erlaubt.

Von Michael Caspar

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