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„Oben ohne“-Baden ist in Göttingen nun jeden Tag erlaubt

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Von: Raphael Digiacomo, Bernd Schlegel

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In Göttinger Bädern ist nun jeden Tag „Oben ohne“-Baden möglich. Der Sportausschuss der Uni-Stadt stimmt nun mit 5:4 Stimmen für die Erlaubnis.

Göttingen – Diese Entscheidung kam überraschend: Mit 5:4 Stimmen, also denkbar knapp, entschied sich in dieser Woche der Sportausschuss der Stadt Göttingen endgültig dafür, künftig an allen Tagen in der Woche das „Oben ohne“-Baden in den vier städtischen Schwimmbädern zu erlauben.

„Die überwiegende Anzahl der Badegäste fand die Option gut“, sagte ein Sprecher der Uni-Stadt am Freitag (16.09.2022). Seit Bestehen der „Oben-Ohne-Regelung“ habe es nach Angaben der Stadt keine nennenswerten Vorkommnisse in den betroffenen Bädern gegeben. Schätzungsweise vier bis fünf Menschen hätten pro Badetag die Regelungen genutzt.

Es bleibt dabei: Oben-ohne-Baden bleibt auch über den August hinaus an den Wochenenden in Göttingens Bädern für alle möglich. Die Göttinger Sport und Freizeit GmbH hält an dem Angebot fest.	(Archivfoto)
Es bleibt dabei: Oben-ohne-Baden bleibt auch über August 2022 hinaus und auch unter der Woche in Göttingens Bädern für alle möglich. (Symbolfotofoto) © Annette Riedel/dpa

„Oben ohne“-Baden in Göttinger Bäder nun auch unter der Woche erlaubt

Während des viermonatigen Modellversuchs, der Anfang Mai 2022 begann, war das oberkörperfreie Baden für Frauen zunächst nur samstags und sonntags erlaubt. Schon während der Testphase hatte sich im August abgezeichnet, dass diese Regelung mit hoher Wahrscheinlichkeit Fortbestand haben wird.

Blick ins Badeparadies Eiswiese: Hier dürfen Besucherinnen seit dem 1. Mai an den Wochenenden ohne Oberteil baden und die Einrichtung nutzen.
Blick ins Badeparadies Eiswiese: Hier dürfen Besucherinnen seit dem 1. Mai an den Wochenenden ohne Oberteil baden und die Einrichtung nutzen. Nun ist dies jeden Tag gestattet. © GoeSF/nh

„Wir sehen diesen Test als gelungen an und werden das Angebot so nahtlos weiterführen“, erklärte Andreas Gruber, Chef der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, schon im August. Letztlich sollte aber der Sportausschuss entscheiden, wie es mit dem „Oben ohne“-Baden weitergeht. Und der votierte für eine Ausweitung der Regelung, über die auch in den sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert wird. (bsc/rdg)

Oben-Ohne-Baden in Göttingen:

Auslöser für die Änderung der Badeordnung in Göttingen und dem Erlaubnis zum „Oben-Ohne“-Baden war eine Person, die im August 2021 im beliebten Erlebnisbad „Badeparadies Eiswiese“ ohne Oberteil badete und sich weigerte, ihre Brust zu bedecken – was einen Verstoß gegen die Badeordnung bedeutete.

Mitarbeiter des Schwimmbads riefen daraufhin die Polizei und das Bad erteilte ihr später Hausverbot. Diese Entscheidung führte zu hitzigen Debatten in der Stadt und auch weit darüber hinaus.

Die Person, die sich weder als Frau noch als Mann sieht, ist Gründungsmitglied des Göttinger Bündnisses „Gleiche Brust für alle“. Das Bündnis baute in Folge der Vorfälle politischen Druck gegen Stadt und Badbetreiber Göttinger Sport und Freizeit GmbH auf, was letztlich zu der neuen Badeordnung führte.

Mittlerweile ist das Baden ohne Oberteil in vielen Städten Deutschlands gestattet. Somit steht Göttingen in gewisser Weise als Vorreiter für eine sich zunehmend verbreitende Entwicklung. (rdg)

Das „Badeparadies Eiswiese“ in Göttingen bleibt nun doch geöffnet, im Falle einer möglichen Teil-Schließung hätten Mitarbeiter nicht mal Kurzarbeitergeld bekommen. Die geplante Schließung des Erlebnisbads zwecks Energieeinsparung war zuletzt auf heftige Kritik gestoßen.

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