Vor dem Arbeitsgericht

Neue Stelle nach Skandal: Oberarzt klagt gegen Uni-Klinik Göttingen

Sorgt für Gesprächsstoff: Die Uni-Medizin in Göttingen. Ein wegen der Erkenntnisse aus dem Transplantationsskandal versetzter Oberarzt klagt gegen die Umsetzung auf eine andere Stelle. Foto: Kopietz

Göttingen. Jetzt muss sich auch das Göttinger Arbeitsgericht mit dem Transplantationsskandal beschäftigen: Der frühere stellvertretende Leiter des Lebertransplantationsprogramms klagt dort gegen seine Zwangsversetzung in eine andere Abteilung in der Universitätsmedizin Göttingen.

Die UMG hatte dem Oberarzt nach der Aufdeckung von Manipulationen im Zusammenhang mit Lebertransplantationen sämtliche Aufgaben in der Abteilung entzogen und ihn in die Allgemeinchirurgie umgesetzt. Der Oberarzt will das nicht hinnehmen und wieder als Chirurg und Operateur in der Lebertransplantation und Leberchirurgie eingesetzt werden.

Er begründet seine Klage damit, dass ihm keine Verfehlungen im Rahmen des Transplantationsskandals zum Vorwurf gemacht werden könnten. Allein der Umstand, dass über Jahre ein Ermittlungsverfahren geführt werde, ohne dass sich Verdachtsmomente gegen ihn ergeben hätten, rechtfertige nicht die Entziehung seiner Funktion.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Entdeckung der Manipulationen auch gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Angaben einer Sprecherin der Strafverfolgungsbehörde ist das Verfahren weiter anhängig, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Die Universitätsmedizin Göttingen macht geltend, dass der Kläger einen regulären Arbeitsvertrag als Oberarzt habe. Er habe keinen Anspruch darauf, in einer bestimmten Klinik oder Abteilung eingesetzt zu werden.

Hintergrund der Versetzung sei die Rufschädigung durch den Transplantationsskandal. In diesem Zusammenhang verhandelt das Landgericht Göttingen seit fast 16 Monaten gegen den früheren Leiter der Transplantationschirurgie am Göttinger Universitätsklinikum.

Die UMG habe den Bereich so umstrukturiert, dass dort keiner der seinerzeit verantwortlichen Ärzte mehr tätig sei. Das gelte auch dann, wenn sich eine Beteiligung des Klägers an den Manipulationen nicht nachweisen lasse. (pid)

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