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Ökumenischer Singkreis in Göttingen feiert 50. Geburtstag

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Von: Michael Caspar

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Singen seit Jahrzehnten zusammen: Hannelore Haberdank, Christa Goldmann, Dieter Wieprecht, Uwe Albrecht und Diemut Tamke (v. l.) mit der Schallplatte, die zum Zehnjährigen entstand.
Singen seit Jahrzehnten zusammen: Hannelore Haberdank, Christa Goldmann, Dieter Wieprecht, Uwe Albrecht und Diemut Tamke (v. l.) mit der Schallplatte, die zum Zehnjährigen entstand. © Michael Caspar

Seit 50 Jahren gibt es den Ökumenischen Singkreis in Göttingen. Seitdem ist Dieter Wieprecht aus Hann. Münden der Chorleiter.

Göttingen – Abiturient Dieter Wieprecht übernahm 1972 die Leitung des neu gegründeten Jugendsingkreises in Göttingen. Das Amt hat der mittlerweile pensionierte Mathe- und Musiklehrer bis heute inne.

„Du singst doch im Göttinger Knabenchor, willst Du nicht bei uns in der Gemeinde einen Jugendsingkreis aufbauen?“, fragte der Pfarrer der katholischen Gemeinde Maria Frieden, Winfried Fitzner, vor einem halben Jahrhundert den damals 18-Jährigen.

Ein paar junge Sängerinnen waren da bereits aktiv, gestalteten, von Hannelore Haberdank an der Gitarre begleitet, Jugendgottesdienste mit. Die Mädchen gehörten kurz darauf zu den 15 Teenagern, die regelmäßig vierstimmig in der Kirche sangen.

„Wir haben von da an unsere Freizeit miteinander verbracht“, erinnert sich Gründungsmitglied Christa Goldmann. Die jungen Leute fuhren zusammen fort. Freundschaften für ein ganzes Leben entstanden. Mit Jüngeren, die dazu kamen, wurde gebastelt. Einige Ältere brachten sich als Gruppenleiter bei den Pfadfindern ein. Der Kreis wuchs auf 50 Personen. Die Singenden traten bereits damals bei Stadtteilfesten auf oder gaben Weihnachtskonzerte außerhalb der Kirche.

Die jungen Leute wurden erwachsen. Wieprecht unterrichtete an Göttingens katholischer Bonifatiusschule Mathematik und Musik, später an der Schule in Dransfeld. Familien gründeten sich. Der Chorleiter, der heute in Hann. Münden wohnt, wurde zweimal Vater. In den 80er-Jahren gab es gemeinsame Urlaube mit den Kindern. Einigen Mitgliedern wurden die wöchentlichen Proben dann allerdings aufgrund wachsender privater und beruflicher Verpflichtungen zu viel. Andere zogen fort.

Anfang der 90er Jahren war die Mitgliederzahl auf kritische 24 Personen gesunken. Als Diemut Tamke vom Kirchenchor der benachbarten evangelischen Gemeinde St. Martin vom Weggang ihrer Chorleiterin berichtete, kam die Idee einer Fusion auf. So bildete sich im Januar 1994 der Ökumenische Singkreis. Die Musiker traten nun in beiden Kirchen auf.

Gemeinsam wurde gereist. 2016 war der Chor in Rom, sang ganz vorne im Petersdom bei einer Messe. Mehrmals unterstützten sie den Mündener Chor bei Weihnachtskonzerten.

„Auch musikalisch haben wir eine weite Strecke zurückgelegt“, betont der Chorleiter, der Ende der 80er-Jahre die kirchenmusikalische C-, dann Anfang der 90er Jahre die B-Ausbildung absolvierte. Hatten zunächst Neue Geistliche Lieder sowie Gospels das Repertoire geprägt, wurden die Stücke mit den Jahren anspruchsvoller. Der Chor sang unter anderem Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, Joseph Haynds Schöpfung oder Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem.

„Heute sind die meisten von uns zwischen 60 und 70 Jahre alt“, berichtet Kassenwart Uwe Albrecht. Ein Viertel der 43 Singenden ist seit mehr als 40 Jahren dabei. Durch vereinzelte Neuzugänge hielt der Chor seine Mitgliederzahl in den vergangenen 15 Jahren konstant. (Michael Caspar)

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