Göttingen: „Offene Zweierbeziehung“ in der Lounge

Komödie hat im Jungen Theater Premiere – Neue Sitzordnung für Zuschauer

Die Schauspieler Jens Tramsen und Agnes Giese zeigen eine Szene des Stücks „Offene Zweierbeziehung“ mit provisorischem Bühnenbild.
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Die Schauspieler Jens Tramsen und Agnes Giese zeigen eine Szene des Stücks „Offene Zweierbeziehung“ mit provisorischem Bühnenbild.

Antonias Mann ist untreu und geht ständig fremd. Antonia versucht, sich das Leben zu nehmen, scheitert jedoch, zum Beispiel als sie einen Sprung aus dem Fenster mit einem gebrochenen Knöchel überlebt.

Göttingen – Doch als er eine offene Beziehung vorschlägt, dreht sie den Spieß um und lernt einen erfolgreichen Professor kennen. Ihrem Mann gefällt das gar nicht.

Auf den ersten Blick ist das Stück „Offene Zweierbeziehung“ von Franca Rames und Dario Fo, das am Freitag, 4. September, ab 20 Uhr im Jungen Theater Göttingen Premiere hat, eine Beziehungskomödie. „Eigentlich zeigt das Stück, dass Männer und Frauen nicht gleichberechtigt sind“, sagt Regisseur Sebastian Wirnitzer: „Oft ist es auch heute noch so, dass die Frau den Sonntagsbraten macht und der Mann das Geld verdient.“

Diese Rollenbilder soll das Stück aufbrechen. Das sei schon daran zu sehen, dass Antonia einen Namen hat, der Mann aber nur als „ihr Mann“ benannt werde. Über sie erfahre der Besucher des Stücks viel, von ihm bleibe nur das Sichtbare.

Auch von der Kulisse ist nicht viel zu sehen. Provisorisch stehen ein Sofa und zwei kleine Tische auf der Bühne an denen die Schauspieler Jens Tramsen und Agnes Giese ein paar Szenen zeigen. „Das hat noch Baustellencharakter, aber wir arbeiten daran“, sagt Dramaturg Christian Vilmar.

Die Kulisse soll bis in den Zuschauerraum hineinragen. Besucher aus einem Haushalt sollen in Gruppen zusammensitzen wie in einer Lounge, damit sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Besuchern halten können.

Schon bei der Auswahl des Stücks haben die Veranstalter auf die Corona-Regeln geachtet. „Wir haben uns bewusst für ein Zwei-Personen-Stück entschieden“, sagt Sprecher Nils Schmidt: „So können wir die Corona-Regeln bei den Proben und auf der Bühne einhalten.“ Wegen der Pandemie verzichten die Veranstalter weitgehend auf Aktionen mit dem Publikum, wie bei vergangenen Inszenierungen von „Offene Zweierbeziehung“ in anderen Theatern.

Nur gelegentlich würden die Schauspieler das Wort an die Zuschauer richten. So frage Antonia das Publikum über ihren Mann: „Habt ihr gesehen, was das für einer ist?“ Und das haben sie, denn das Stück springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, zeigt, wie es zu einer Szene gekommen ist. So mache das 40-jährige Stück auf Probleme aufmerksam, die immer noch aktuell seien.

Karten sind per E-Mail an kasse@junges-theater.de und unter Tel. 05 51 /49 50 15 erhältlich. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite junges-theater.de. (Fabian Becker)

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