Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen

Das OHG platzt aus den Nähten und wünscht einen Anbau

Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen an der Godehardstraße: Der Schule fehlt es an Klassenräumen - Ein Anbau könnte an der Nordseite auf der Parkplatzfläche entstehen - so wünschen es Schulleitung und Elternschaft. Foto: Kopietz

Göttingen. Sind Miet-Räume in der nahen BBS II die Lösung für die Raumnot am Otto-Hahn-Gymnasium? Schulleiterin und Elternvertreter sagen nein und fordern einen Neubau. 

Am Freitag demonstrieren sie deshalb: Ab 9.40 Uhr gibt es Deutsch-Open-Air-Unterricht vor dem Alten Rathaus, um auf die Raumnot aufmerksam zu machen.

„Das OHG ist seit Jahren, und so auch diesmal mit 177 Anmeldungen von Fünftklässlern, das am meisten gefragte Gymnasium in der Stadt – die räumliche Ausstattung ist aber nicht dementsprechend“, beschreibt Schulleiterin Rita Engels die seit Jahren währende Raumnot für die gut 1200 Schüler.

Container fallen weg

Bislang wurden vier Klassen sogar in Containern unterrichtet. Die stehen aber auf einem Grundstück des Landkreises, der die Fläche jetzt benötigt. Die Container-Klassenräume fallen also weg und verschlimmern die Situation.

Leerstand in naher BBS II

In der Landkreis-Schule BBS II hingegen gibt es Leerstände: „Es ist eine Option, die Möglichkeit der Anmietung zu prüfen“, sagt Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne). „Täten wird das nicht, dann würde man uns das zu Recht vorwerfen.“ Für den Schulträger spielen natürlich die Kosten eine gewichtige Rolle bei einer Entscheidung, die noch nicht gefallen sei, wie Lieske betont. „Ein Zweck-Neubau mit 20 Klassenräumen und einer Größe von je 60 Quadratmetern würde laut Lieskes etwa 3,6 Millionen Euro kosten. „An Miete fallen in der BBS II 3900 Euro pro Monat an.“

Berufsbildende Schulen II an der Godehard-Straße in Göttingen: Im Südteil der BBS II stehen Räume leer, sie möchte der Schulträger Räume für das städtischen Otto-Hahn-Gymnasium (OHG), wo Raumnot herrscht, anmieten.  Foto: Kopietz

Gründe gegen Mietlösung

Für das OHG aber wäre das eine schlechte Lösung. Aus mehreren Gründen:

Keine Schulgemeinschaft

Eine Beschulung aller Schüler in einem Gebäudekomplex wäre für die Integration und pädagogische Arbeit unerlässlich. „Eine Schulgemeinschaft, darauf basieren unsere pädagogischen Konzepte, wäre bei Unterricht und Pausen in getrennten Gebäuden nicht in unserem Sinne möglich“, sagt Rita Engels.

Keine Infrastruktur

Die nötige Infrastruktur, wie das OHG-Schulintranet, ist in der BBS laut OHG-Verantwortlichen nicht vorhanden. Zudem gäbe es dort keinen Hausmeister und keine Räume für Lehrer. Zudem würde das Hin und Her würde viel Zeit kosten.

Erwachsene BBS-Schüler

OHG-Kinder und Erwachsene – also die Schüler der Berufsschule – wären zusammen in einem Gebäude. „Das wäre eine problematisches Situation“, wie Eltervertreter Michael Eikenbusch sagt. Schüler hätten nach einem Test auch schon ihr Unwohlsein über diese Konstellation geschildert.

Kleine Klassenräume

Lernen könnten dort also nur Oberstufenschüler. Sie würden dann mit kleinen Tutorengruppen in großen Räumen sitzen. Die kleinen, oft nur 45 Quadratmeter messenden Räume im OHG aber wären weiter mit Unterstufenschülern überfüllt. „Ein Widerspruch in sich“, so Engels.

Plan für Anbau erstellt

Deshalb fordern Eltern und Schulleitung den Erweiterungsanbau direkt an den OHG-Hauptkomplex auf dem Parkplatz an der Godehardstraße. Ein Architekt aus Elternkreisen hat bereits einen Entwurf gefertigt. Der liegt auch der Schulbehörde vor, wie Siegfried Lieske sagt.

Beengte Verhältnisse

„Wir Lehrer und Schüler leben seit Jahren in beengten Verhältnissen“, beklagt Lehrerin Birgit Behrends. Sie wünscht sich, dass sich das ändert – aber nicht mittels angemieteter Räume in einer anderen Schule. In diesem Fall würden schlichtweg Bedürfnisse von Lehrern und Schülern nicht beachtet.

Am Freitag werden Vertreter der Schule, der Oberbürgermeister und der Schuldezernent zusammensitzen und über die Lösung der Raumnot im Otto-Hahn-Gymnasium sprechen.

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