Ab Oktober nur noch ein Stadtbus-Unternehmen

Oben: Stadtbus der Göttinger Verkehrsbtriebe (GÖVB) fährt weiter.

Göttingen. Für die Göttinger gibt es nur den einen „Stadtbus“. Bislang fuhren aber zwei Unternehmen auf den Strecken. Jetzt ist eine Gesellschaft raus, wird zum 30. September aufgelöst, die Nahverkehr Göttingen (NVG).

Stadtbusanbieter ist dann nur die Gesellschaft Göttinger Verkehrsbetriebe (GÖVB), die fast alle Fahrer der NVG übernehmen wird.

Hintergrund ist die europaweite Neuausschreibung der Subunternehmerleistungen für die GöVB. Die NVG ist ein Tochterunternehmen der Firma Brundig Reisen aus Witzenhausen. Sie wurde 2003 nur zu dem Zweck gegründet, um im Auftrag der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) Teile des Linienverkehrs in Göttingen zu übernehmen.

„Weil wir im Rahmen der Neuausschreibung die Löhne unserer Fahrer denen der GöVB nahezu angleichen wollten, waren wir schlichtweg zu teuer“, bestätigt Wolfgang Brundig, Geschäftsführer der NVG. Hinzu kamen weitere Kosten für die NVG, zum Beispiel völlig unnötige Abstellmiete für unsere Busse auf dem Betriebshof, schildert Brundig.

Oben: Stadtbus der Göttinger Verkehrsbtriebe (GÖVB) fährt weiter.

„Eine ganze Betriebsschließung ist für uns schon problematisch“, sagt Busunternehmer Brundig. „Wir haben versucht, zwölfeinhalb Jahre unser Bestes für den Fahrgast in Göttingen zu geben. Defekte Busse wurden immer schnell repariert, zudem haben wir am Wochenende viel ausgeholfen. Aber bei einer Ausschreibung sprechen nur die Zahlen. Dagegen konnten wir nicht ankommen.“

Nach HNA-Informationen gab es mehrere Bieter, von denen jedoch keiner den Zuschlag erhalten hat. Unter den Bietern war erneut die NVG und wohl auch die Firma Haller aus Walsrode, die in der Vergangenheit durch schlechte Bezahlung ihrer Fahrer in Erscheinung getreten war. Ab Oktober erbringt somit die GöVB alle Leistungen allein.

Die NVG verfügt über 16 Omnibusse, davon zwei Gelenkbusse. „Die Göttinger Verkehrsbetriebe kaufen neun unserer NVG-Busse“, bestätigt Geschäftsführer Brundig.

Auch fast alle NVG-Fahrer haben mit der GöVB einen neuen Arbeitgeber gefunden. Dazu liefen vor kurzem die Bewerbungsgespräche. „Wir mussten allen Mitarbeitern fristgerecht zum 30. September kündigen. Über 90 Prozent werden aber von der GöVB übernommen“, sagt Wolfgang Brundig. Vorteil: Die Fahrer müssten nicht neu eingearbeitet werden, und sie kennen das Liniennetz. Die NVG hat 45 Angestellte, neben den 40 Fahrern auch Techniker und Verwaltungsmitarbeiter.

In Nordhessen wird die Firma Brundig weiterhin im Überland- und Stadtbusverkehr mit 25 Bussen unterwegs sein.

In Göttingen bleibt für den Fahrgast ab Oktober alles beim Alten. Nur das bekannte NVG-Logo auf einigen Bussen wird dann nicht mehr zu sehen sein.

Auch Michael Neugebauer, Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe (GÖVB), bestätigt die Übernahme des kompletten Linienverkehrs in Göttingen. „Wir haben nach der Ausschreibung die Vergabe aufgehoben. Unser Aufsichtsrat hat dem zugestimmt. Als Vorteil bei eigener Leistungserbringung sehen wir den unmittelbaren Einfluss auf das Fahrpersonal“, sagt Neugebauer. Darunter fallen auch die Auswahl und Ausbildung der Busfahrer. So könne man direkt auf die Qualität Einfluss nehmen. „Dies soll aber nicht heißen, dass die NVG in Vergangenheit schlechte Leistungen erbracht hat, ganz im Gegenteil“, so Neugebauer.

NVG-Logo verschwindet von Stadtbussen

Die Busse der beiden Unternehmen Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH (GöVB) und die NahVerkehr Göttingen (NVG) unterscheiden sich nur am Logo und an der Werbung, denn die Busse der NVG wurden bei Werbebuchungen immer erst nach der GöVB berücksichtigt. Da aber zu wenig Werbung auf Bussen nachgefragt wird, blieben die Werbeflächen der NVG stets leer. Die Busse der NVG sind auf nahezu allen Linien gefahren. Ausnahme waren die Linien 23, 41 und 42. Von den acht Nachtlinien verkehrte die NVG auf vier. (ysr)

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