Anregungen und Wünsche zu Göttingens aktuell größtem Wohnbauprojekt

Online-Beteiligung zu Göttingens geplantem Europaquartier läuft bis Ende März

NLG-Geschäftsführer Christopher Toben, (von links) Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Stadtplaner Michael Linker präsentieren Modelle.
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Im Europaquartier nördlich des Holtenser Bergs sollen im Göttinger Norden 600 Wohnungen entstehen: (von links) NLG-Geschäftsführer Christopher Toben, Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Stadtplaner Michael Linker präsentieren Modelle.

Das Online-Beteiligungsverfahren zu Göttingens geplantem Europaquartier im Norden der Stadt ist angelaufen.

Göttingen – Bis Ende März können sich Bürger auf einer Internetplattform über das mit 600 Wohnungen aktuell größte Vorhaben dieser Art in der Uni-Stadt informieren sowie Wünsche und Anregungen äußern.

Kritik hatte es 2019 bei einer ersten Projektpräsentation aus den angrenzenden Wohngebieten Holtensen und Holtenser Berg gegeben. Die Bürger dort fürchten, dass künftig 2400 Fahrzeuge täglich zusätzlich durch ihre Straße rollen. Sie machen sich daher für eine neue Zufahrtsstraße stark – insbesondere auch mit Blick auf die fünfjährige Bauzeit. Die Holtenser befürchten zudem Probleme mit dem Thema Hochwasser, wenn die mehr als elf Hektar große Fläche nördlich des Holtenser Bergs versiegelt wird.

Solche Bedenken würden im Laufe des Verfahrens geprüft, versicherte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zum Start der Bürgerbeteiligung. Die Europaallee am Holtenser Berg sei in der Lage, den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen, wenn sie ertüchtigt werde, erklärte der Oberbürgermeister. Staus an der Einmündung auf die Holtenser Landstraße ließen sich durch einen Kreisel verhindern. Der neue Stadtteil werde zudem ans Bus- und Radwegenetz angebunden, kündigte Köhler an.

Göttingen solle die „nachvollziehbaren Einwendungen“ der Bürger „ernst nehmen“, forderte Hans-Christian Biallas, der Präsident der Klosterkammer Hannover. Der Klosterkammer gehört mehr als die Hälfte des Baulandes. Biallas lobte zugleich die „dynamische und verlässliche Bauverwaltung“ der Stadt.

Das Bauvorhaben biete Holtensen und Holtenser Berg Vorteile, betonte der Oberbürgermeister beim Start für die Bürgerbeteiligung. Die Infrastruktur – etwa Kindertagesstätten und Schulen, aber auch Tagespflege, Sozialstationen oder Nahversorgung – würde gestärkt. Das Projekt mit seinen Reihen- und Mehrfamilienhäusern sei für Göttingen wichtig, da 4800 Wohnungen fehlen. Durch die Pandemie habe sich der eigentlich für 2021 Jahr geplante Baubeginn allerdings um ein Jahr verzögert.

Umgesetzt wird das Projekt von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG), der der Rest des benötigten Baulandes gehört. Das Tochterunternehmen des Landes, an dem viele Kommunen, aber auch die Klosterkammer beteiligt sind, will 20 Millionen Euro investieren. Geplant sei „bezahlbarer Wohnraum“, kündigte Geschäftsführer Christopher Toben an. Das neue Quartier werde „sozial gemischt“ sein. Gebaut werde unter den kritischen Augen einer externen Prüfungsstelle „ressourcenschonend“ und nachhaltig.

Drei städtebauliche Entwürfe stellt das Kasseler Büro Architektur + Städtebau Bankert, Linker & Hupfeld auf der Internetseite zur Diskussion. Gartennachbarschaften, Terrassen- oder Wohnhöfe sind möglich, erläuterte Michael Linker. Ergänzend zur Online-Beteiligung ist eine am Donnerstag, 25. Februar, eine digitale Informationsveranstaltung geplant. europaquartier.de (Michael Caspar)

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