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Online-Händler „buero.de“ schielt auf Galeria-Filiale in Göttingen

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Von: Bernd Schlegel

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Ein Investor zeigt Interesse für 47 Filialen von Galeria Kaufhof Karstadt, darunter auch die in Göttingen. Jetzt soll es Gespräche bezüglich einer Übernahme geben.

Göttingen – Der Konzern Galeria Kaufhof Karstadt will sich von Filialen in kleineren Orten trennen. Ein Interessent ist der Online-Händler „buero.de“. Er hat offenbar Interesse an der Filiale in bester Lage an der Groner Straße in Göttingen.

„buero.de“-Vorstandschef Markus Schön hat insgesamt 47 Häuser mit etwa 6.000 Mitarbeitern des insolventen Kaufhaus-Riesen Galeria Karstadt Kaufhof auf seiner Liste notiert. Dabei geht es um die Kriterien wie die Kaufkraft am Standort, die Strukturen und die Lage – und auch die Größe der jeweiligen Stadt ist ein wichtiges Kriterium, wie er sagt: Mehr als 250 000 Einwohner sollte sie nicht haben.

Thema Kaufkraft: Interesse von Investor an Göttinger Galeria-Filiale in Göttingen

Kaufhaus in bester Lage in Göttingen: Das Unternehmen „buero.de“, das bisher vor allem im Online-Handel agierte, hat Interesse an dem Standort von Galeria Kaufhof Karstadt in der Groner Straße signalisiert.
Kaufhaus in bester Lage in Göttingen: Das Unternehmen „buero.de“, das bisher vor allem im Online-Handel agierte, hat Interesse an dem Standort von Galeria Kaufhof Karstadt in der Groner Straße signalisiert. © Bernd Schlegel

In einem Radiointerview hat Schön sein Interesse an mehreren Galeria-Filialen, darunter auch in Celle und Lüneburg, konkretisiert: Noch sei es ein weiter Weg bis zur Übernahme. „Wenn man etwas kaufen will, ist es so, dass man sich als Käufer etwas wünschen kann, ob es der Verkäufer verkauft, das weiß man nicht.“

Deshalb sei es auch unklar, wie schnell man Sicherheit für die Arbeitnehmer in den Filialen vor Ort herstellen könne, denn Galeria hatte angekündigt, dass jeder dritten Filiale die Schließung drohe. Bei einer Übernahme von Filialen will „buero.de“ auch die Mitarbeiter übernehmen.

Das Angebot von Online-Händler buero.de zur Übernahme von Galeria-Karstadt-Filialen

So soll es in neuen Filialen von „buero.de“ eben nicht nur Schreibwaren geben, sondern – ähnlich wie bei Galeria Karstadt Kaufhof, allerdings unter einem neuen Namen – ein echtes Vollsortiment.

Wir werden sicher einige andere Schwerpunkte setzen, aber im Grunde sollen Sie im Warenhaus nahezu alles vorfinden, was Sie für Ihr tägliches Leben benötigen.

Markus Schön, Vorstandschef „buero.de“

„An den 47 Standorten wird derzeit ungefähr die Hälfte des Umsatzes mit Kleidung, Schuhen und Accessoires gemacht – da wäre es geradezu fatal, wenn man diesen Bereich nicht bedienen würde. Wir werden sicher einige andere Schwerpunkte setzen, aber im Grunde sollen Sie im Warenhaus nahezu alles vorfinden, was Sie für Ihr tägliches Leben benötigen“, sagt Schön in einem Radiointerview.

Wie man anhand des Namens „buero.de“ vermuten kann, dreht sich das Kerngeschäft des Unternehmens mit Sitz in Detmold um den Online-Vertrieb von Schreibwaren und Büroartikeln. Mehr als 60.000 Artikel umfasse das Sortiment, so „buero.de“ auf seiner Webseite.

Buero.de will mit seinem Geschäftskonzept neue Wege beschreiten

Mit seinem Übernahmeangebot geht das Unternehmen „buero.de“ gleich in doppelter Weise neue Wege: Zum einen setzt der bisherige Online-Händler damit im großen Stil auf das stationäre Geschäft in Innenstadtlagen – ein Plan, der bereits länger besteht. Erste Schritte in diese Richtung gibt es bereits.

Mit Blick auf Galeria Kaufhof Karstadt hat Schön jüngst in einem Zeitungsinterview gesagt: „Wir glauben an die Zukunft dieser Traditionsmarke in Kombination mit unserer Online-Erfahrung und könnten dabei helfen, tausende Arbeitsplätze zu erhalten!“

Interesse von Investor an Göttinger Galeria-Filiale: Treffen geplant

Zwischen dem Generalbevollmächtigten von Galeria Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, und dem „buero.de“-Chef Markus Schön werde es in Kürze ein persönliches Treffen geben, hieß es. Der Büroartikelhändler hatte sich vor wenigen Tagen zuversichtlich gezeigt, die Warenhäuser wieder auf Kurs bringen zu können. Zu Umsatz und Beschäftigtenzahl des eigenen Unternehmens macht Schön jedoch auf Nachfrage keine Angaben. (Bernd Schlegel, mit dpa)

Göttingens Oberbürgermeisterin Broistedt: Galeria ist ein wichtiger Magnet für die Innenstadt

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) machte deutlich, dass die Galeria Karstadt Filiale ein wichtiger Magnet für die Besucherströme in der Innenstadt ist. Die Stadt werde sich für die Filiale einsetzen, sagte sie.

Gleichzeitig darf aus ihrer Sicht die Attraktivität der Innenstadt nicht nur vom Shopping, also dem Einkaufen, abhängig sein. Genauso wichtig seien Gastronomie und Kulturangebote. Gerade beim Thema Kultur habe die Göttinger Innenstadt für ihre Besucherinnen und Besucher viel zu bieten. Die Verwaltungschefin verwies dabei auf eine Vielzahl von Einrichtungen – zum Beispiel Kunsthaus und Kunstquartier, Künstlerhaus, Literaturhaus, Forum Wissen, Deutsches Theater und Junges Theater.

Gleichzeitig machte sie deutlich, dass sich die Innenstadt durch Sanierungsprojekte positiv verändern werde. Das sei eine gute Nachricht für den Handel. (bsc)

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