Online-Handel im Höhenflug

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Sowohl als auch: Kunden tätigen ihre Weihnachtseinkäufe weiterhin oft in Geschäften. Aber: Der Online-Handel gewinnt an Marktanteilen. Die Industrie- und Handelskammer rät Einzelhändlern deshalb auch dazu, im Internet präsent zu sein.

Göttingen/Hannover. Stationäre Einzelhändler müssen die Vertriebskanäle bestmöglich vernetzen. Sie sollten die Produkte auch online im Netz anbieten. Hinweise darauf gibt das Weihnachtsgeschäft, teilt die Niedersächsische Industrie- und Handelskammer (NIHK) mit.

Das Weihnachtsgeschäft brummt, der Online-Handel hat Hochkonjunktur – oftmals mehr als dem Einzelhandel vor Ort lieb ist. Das werde im vor Weihnachten deutlich, aber gelte eben nicht nur im Advent. Die Zahlen untermauern diese Feststellung der NIHK: Bis Ende 2015 werden deutschlandweit voraussichtlich rund 46 Milliarden Euro online umgesetzt, gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr, Tendenz weiter steigend.

Das hat Folgen: Für den stationären Einzelhandel in Niedersachsen werden 2020 Umsatzeinbrüche bis zu 15 Prozent gegenüber 2013 vorhergesagt. „Höchste Zeit für neue Ansätze und Konzepte im Einzelhandel“, mahnt NIHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Schmitt. „Jeder Händler kann seinen Weg in die Digitale Welt individuell gestalten und so von der bestmöglichen Vernetzung der Online- und Offline-Welt profitieren.“

Es gebe nicht mehr ausschließlich Online- oder Offline-Konsumenten, so Schmitt weiter: „Die Grenzen verschwimmen zunehmend. Ein Teil der Kunden informiert sich online und kauft im Laden, wieder andere machen es umgekehrt.“

Das sollten sich die Händler zu Nutzen machen und die Konsumenten über mehrere Kanäle ansprechen und an sich binden.“ So sei es möglich, ihnen ein individuelles Kundenerlebnis zu bieten.

Rund 70 Prozent der stationären Händler in Deutschland nutzten noch keine digitalen Vertriebskanäle, jeder Fünfte führe einen eigenen Online-Shop und jeder Zehnte vertreibe seine Produkte über einen Online-Marktplatz, rechnet Martin Bockler, NIHK Sprecher Handel und Dienstleistungen vor.

Solche lokalen Marktplätze könnten für den stationären Handel ein guter Einstieg sein. „Eins steht allerdings fest: Digitale Präsenz ist Pflicht“, betont Bockler.

Einzelhändler, für die der Online-Handel noch keine Option sei, sollten sich zumindest mit einer gepflegten Homepage präsentieren und das Netz so als digitales Schaufenster nutzen. (tko)

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