Landgericht Göttingen

Opa missbraucht Enkelin: Freiheitsstrafe auf Bewährung

+
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel am Dienstag das Urteil. 

Das Landgericht Göttingen hat einen 70-Jährigen aus dem Südharz wegen sexuellen Missbrauchs seiner Enkelin zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt - auf  Bewährung.

Der Mann hatte sich nach Überzeugung des Gerichts über einen langen Zeitraum von etwa acht Jahren immer wieder an der Enkeltochter vergangen, die bei ihm übers Wochenende oder in den Ferien zu Gast war. „Die Jugendliche leidet noch heute an den Folgen“, machte die Vorsitzende Richterin Dr. Barbara Leist deutlich.

Sie verurteilte den Täter in 13 Fällen wegen sexuellen Missbrauchs und in drei Fällen wegen schweren Missbrauchs. Dabei sei der Angeklagte durchaus planvoll vorgegangen.

Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer die Geständnisse

Er habe schon während der polizeilichen Ermittlungen und später vor Gericht Angaben zu den Taten gemacht. „Ohne dieses prozessuale Verhalten wären Sie ins Gefängnis gewandert“, sagte die Vorsitzende Richterin der Jugendkammer, die gleichzeitig hervorhob, dass nur selten Angeklagte so geständig seien.

Täter-Opfer-Ausgleich erfolgt

Weiterhin sei ein Täter-Opfer-Ausgleich mit der Enkelin erfolgt. Der 70-Jährige geht arbeiten, um die Geschädigte finanziell unterstützen zu können.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von maximal 22 Monaten beantragt.

Die Jugendliche war ab Mitte der 2000er-Jahre öfter bei den Großeltern zu Gast gewesen

Wegen der beengten Wohnverhältnisse hatte sie aber keinen eigenen Schlafplatz, sondern lag im Bett zwischen den Großeltern. Dort sowie im Bad und im Wohnzimmer kam es zu den Übergriffen beziehungsweise zu sexuellen Handlungen des Seniors vor dem Mädchen. Schließlich habe der heute 70-Jährige seine Übergriffe eingestellt, nachdem die Enkelin ihn darum bat.

Die Vorfälle waren ans Licht gekommen, nachdem die Cousine der Enkelin in psychologischer Behandlung war.

Verbot der Kontaktaufnahme mit der Enkelin

Die Vorsitzende Richterin Leist appellierte an den Senior: „Ich kann ihnen nur raten, dass sie mit ihrer Familie reinen Tisch machen.“ Gleichzeitig stellte sie dem 70-Jährigen für drei Jahre einen Bewährungshelfer an die Seite, damit er gezwungen sei, über die Taten zu reden und verbot dem Senior jegliche Kontaktaufnahme mit der Geschädigten.

„Das darf nie wieder passieren“, sagte die Richterin auch mit Blick auf eine weitere Enkelin, die den 70-Jährigen besucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.