SPD-Politiker besucht Jüdische Gemeinde in Göttingen

Oppermann: Jüdisches Leben hat in Deutschland Zukunft

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Gespräch in der Uni-Stadt: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann (links) und die beiden Vorstandsmitglieder Jüdischen Gemeinde in Göttingen, Jacqueline Jürgenliemk, und Achim Doerfer.

Göttingen. Jüdische Mitbürger sollten angesichts der Terroranschläge von Paris und Kopenhagen nicht der Aufforderung von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Folge leisten und nach Israel auswandern sondern vielmehr in Deutschland bleiben.

Das sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Oppermann, bei einem Besuch der Jüdischen Gemeinde in Göttingen. „Sie bereichern das politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben. Ich trete dafür ein, dass das jüdische Leben in Deutschland Zukunft hat.“

Der Bundestagsabgeordnete betonte, in Göttingen lasse die politische und kulturelle Offenheit keinen Raum für Antisemitismus zu: „Es gibt zu viele die hin- und nicht wegschauen.“

150 Mitglieder

Die Vorsitzende der etwa 150 Mitglieder starken Jüdischen Gemeinde in Göttingen, Jacqueline Jürgenliemk, sagte, nach den Anschlägen seien Fragen nach der Sicherheit unter ihren Mitgliedern gewachsen. Inzwischen hätten Gespräche mit der Polizei und dem Staatsschutz stattgefunden. Sie nähmen die Sorgen der Gemeinde sehr ernst. Es gebe eine abstrakte, aber keine konkrete Gefahr. Vor verrückten Einzeltätern könne man sich nicht schützen. Gleichwohl überlege man, ob man die Sicherheitsvorkehrungen erhöhe und ob die Gemeinde Notfallvorkehrungen treffe.

Jacqueline Jürgenliemk setzt auf eine Fortsetzung des Dialogs und der Aufklärung. Bereits am Samstag, 28. Februar, werde die Gemeinde beim Frühlingsfest „Bunt statt Braun“ in Güntersen teilnehmen. Außerdem werde es im Juni ein Fest der drei Religionen – Judentum, Christentum, Islam – im Göttinger Stadtmuseum geben. Zudem sei eine Vortragsreihe in Kooperation mit allen drei Religionen über das Thema Trauerrituale geplant. (zhp)

www.juedische-gemeinde-goettingen.de

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