Bundestagswahlkampf: SPD-Mann stellt Strategie vor

Oppermann will weiter Erfolge vermelden

Live strahlender als auf dem Werbefoto: Thomas Oppermann, Bundestagsabgeordneter und -kandidat im Wahlkreis 53 - Göttingen – vor seinem Wahlkampf-Bulli. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Lage für die SPD ist weder im Land noch im Bund rosig. Das ficht Thomas Oppermann aber nicht an. Er setzt auf den 7-Wochen-Mechanismus und den Wahlsieg.

Sieben Wochen oder 50 Tage sind es noch bis zur Bundestagswahl am 24. September. Und sieben Wochen vor den Wahlen in den USA oder Frankreich hätten die Prognosen mit dem Ausgang wenig zu tun gehabt, sagt Oppermann forsch, als er am Freitag seine Strategie für den Wahlkampf im SPD-Haus vorstellt. „Noch ist alles möglich, zumal noch Themen hochkommen könnten“, wie er anfügt.

„Ich habe drei Mal diesen Wahlkreis direkt gewonnen, ich will es auch ein viertes Mal schaffen.“ Von derzeit ungünstigen Prognosen, die auch den Konkurrenten Fritz Güntzler (CDU) vorn sehen, spricht Medienprofi Oppermann erst gar nicht.

Er ist selbstbewusst, wenn auch nicht ganz so wie vor Wochen, als Oppermann nach der Schulz-Kandidatur-Bekanntgabe ein wenig miteuphorisiert von einem Wahlergebnis für die SPD als stärkste Partei sprach. „30 Prozent“, nennt der Fraktionschef der SPD im Bundestag jetzt zurückhaltend. Und nach einer Nachfrage werden daraus „30 plus X“ – Wir machen keinen Koalitionswahlkampf.“ Zu spüren ist der Stolz des Sozialdemokraten. Sogleich packt er, der ein Vorzeigemann der SPD ist, seine persönliche Erfolgsliste aus: Zehn Millionen Euro für das Forum Wissen, fünf Millionen für das Museum Friedland, fünf Millionen für die Schwimmhalle Duderstadt, und und. „Ich habe mich dafür stark gemacht und geschaut, dass diese Förderungen im Haushaltsausschuss durchgehen.“ Eine beeindruckende Bilanz. „Schöne Erfolge“ nennt Oppermann das, was er in der nächsten Legislaturperiode fortsetzen will.

Im Wahlkampf setzt der Göttinger auf eine Kombination: Er wird die Hauptstadt-Korrespondenten auf den Brocken führen, durch seinen Wahlkreis fahren – und darüber hinaus gar zur documenta nach Kassel. Er wird – wie gehabt – in den Polit-Talk-Shows bei Illner, Will und Plasberg die SPD-Fahne hochhalten.

Prominente Helfer hat er auch: Martin Schulz (23. August) kommt nach Göttingen, Siegmar Gabriel (19. September) auch.

Und er will trotz vieler Verpflichtungen bei seinen Wählern auftauchen, Hauswahlkampf machen, sich zu Nachbargesprächen einladen, an Ständen stehen. Dass Konkurrent Güntzler als der volksnähere Kandidat auftritt, kommentiert Oppermann nicht: „Ich verschenke keine Stimme.“ Den Menschen vor Ort lässt er ein schickes Heftchen zukommen – mit seiner „Meilensteine II“ betitelten Bilanz und einem Konterfei sympathischem Schmunzeln.

Das Foto zum Pressetermin macht er vor diesem Foto, das auch auf einem Wahlkampf-Bus klebt: „Versuchen sie mal, dass ich live besser aussehe, als auf dem Bulli“, ruft er den Fotografen zu und lacht.

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