Alkoholexzesse oft Problem

Orientierungsphase für Studienstarter: Geschichte ohne Hochprozentiges

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Orientierungsphase: Studienanfänger machen einen Rundgang über den Campus und erkunden die Stadt, in der sie die nächsten Jahre lernen werden. Catharina und Thomas (4. und 5. von rechts) leiten die Gruppe als Tutoren.

Göttingen. Aufmerksam suchen Erstsemester in den Gängen verstreut nach ihrem Fachbereich. Die Orientierungsphase an der Uni Göttingen hat begonnen. Bei den Juristen tummeln sich bereits die Ersten. Im Gepäck der Tutoren oftmals dabei: gut gefüllte Einkaufswagen mit alkoholischen Getränken.

Seit drei Jahren kommt es immer wieder zum Alkoholexzess unter Studienanfängern. Das ist für die Uni Göttingen zum Semesterstart ein großes Problem. Nicht so im Fachbereich Geschichte. Tutoren Catharina und Thomas halten sich an die Regeln und haben keinen Schluck Alkohol mit im Gepäck. „Alkohol ist auf dem Campus verboten“, sagt Catharina. Sie nehmen keinen Einkaufswagen mit auf die Tour über den Campus. Die Gruppe stellt sich kurz gegenseitig vor, und dann geht es auch schon los. Erste Station ist der Zentralcampus, weiter geht es über die Bibliothek zum Sprachzentrum. Dazu gibt es immer kurze Abstecher in die Geschichte.

Denkmal von Grass 

Das Denkmal der Göttinger Sieben von Günther Grass erinnert an Göttinger Professoren, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover protestierten und entlassen wurden. Dazu gehörten die Brüder Grimm, sagt Thomas. Der Turm hinter der Mensa am Turm war einst ein Krematorium. Zurück in der Gegenwart wird nach einer schnellen Lösung gesucht: Ein paar Studenten teilen sich den Spint im Kulturzentrum, weil noch nicht alle einen Studierendenausweis haben, weil es Probleme mit der Immatrikulation gab.

Am Ende des Rundgangs geht die Gruppe mit Thomas und Catharina in der Hauptmensa essen. In den kommenden Tagen werden die Neulinge weiter in das Arbeiten und Leben am Campus eingeführt.

Am Donnerstag startet die „Stadtrallye“, bei der an verschiedenen Orten in Göttingen Spiele für die Erstsemester organisiert werden. „Was für Spiele das sind, bleibt noch geheim“, sagt Mitorganisatorin Catharina.

Klare Anweisungen 

Weitere Infos gibt es im Internet unter:

www.wiwi-o-phase.de/cms/index.php

Von Seiten der Uni-Leitung gibt es klare Anweisungen an die Fachschaften und Fakultäten. Der Verein „Wiwi O-Phase hat unter der Rufnummer 0551/39-7351 eine Hotline für Hinweise und Anregungen eingerichtet. Die O-Phasen sind keine zentralen Veranstaltungen. Sie werden von den jeweiligen Fakultäten mit studentischen Tutoren organisiert. Die O-Phasen sind zum Kennenlernen da.

Und während die angehenden Akademiker geduldig zuhören und neugierig Fragen stellen, bollert ein Einkaufswagen über das Gelände der Universität - darin stapeln sich drei Bierkästen.

O-Phase der Grünen Jugend als neues Angebot für Studienstarter

Die Grüne Jugend lädt zur „Alternativen Orientierungs-Phase“ ein. Diese soll ein Gegenentwurf zu den mittlerweile ritualisierten Kleiderketten und Trinkspielen sein, zu denen die „normale“ O-Phase an vielen Fakultäten geworden sei.

Organisiert von verschiedenen Stadt- und Unigruppen bietet sie ein buntes Programm unterschiedlicher Angebote für Studenanfänger.

Die erste Aktion ist für Montag, 20. Oktober, vorgesehen: Eine Soziale Stadtführung mit der Redakteurin des Straßenmagazins „TagesSatz“, Ute Kahle zu sozialen Einrichtungen, wie der Göttinger Tafel, Verein Kore und zum Migrationszentrum. Dort werden Möglichkeiten zum sozialen Engagement aufgezeigt. Treffpunkt ist der Bahnhofsvorplatz um 16 Uhr. Ein Vortrag mit Diskussion zu alternativer Ernährung folgt am Donnerstag, 23. Oktober, gegen 18 Uhr im Autonomicum (unten links im Blauen Turm).

Außerdem ist ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Moringen für Samstag, 1. November, um 13 Uhr geplant. Treffpunkt ist am Bahnhof in Göttingen. Die Kosten der Fahrt werden übernommen, Anmeldungen unter der E-Mail-Adresse goettingen@gj-nds.de (mtg)

www.gj-goettingen.de

Von Marie-Therese Gewert

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