Niklas-Bilanz: Zehn kaputte Autos, gestrandete Zugreisende

ICE wurde zum Hotelzug: Die Reisenden, die in Göttingen strandeten, machten es sich im Speisewagen so bequem wie möglich. Foto: Rampfel

Göttingen. Der Orkan Niklas sorgte in der Nacht zu Mittwoch für viele Einsätze. Der Verkehr auf der Schiene wurde gestoppt. Folge: 200 Zugreisende strandeten in Göttingen.

Zwölf Bäume wurden entwurzelt, zehn Autos beschädigt und mehrere Straßen gesperrt.

Insgesamt 35 Einsätze registrierte die Polizei. Verletzt wurde niemand. Es gab durch den Orkan drei Unfälle mit einem Schaden von 14.000 Euro. Beschädigungen gab es an zehn Autos. Außerdem zwölf weitere Schäden, zum Beispiel durch umfallende Gerüste. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf 45 000 Euro. Neun von zehn Straßensperrungen gab es im Bereich Hann. Münden.

Am Mittwoch lief der Bahnverkehr in den Morgenstunden wieder an, wenn auch mit Verspätungen und Zugausfällen. Deshalb bildete sich am Service-Schalter eine längere Schlange. Schließlich wollten alle wissen, wie sie am schnellsten ihr Ziel erreichen können.

Etwa 200 Bahnfahrer mussten die Nacht am Göttinger Bahnhof verbringen, weil der Fernverkehr durch Sturmtief Niklas nicht mehr fuhr. Während einige Reisende in Hotels und in der Jugendherberge untergebracht werden konnten, übernachteten die meisten in einem als Hotelzug umfunktionierten ICE, der auf Gleis 4 einfuhr. Vor Ort kümmerten sich Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Göttingen und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hann. Münden um die Gestrandeten. „Wir verteilten Decken, Getränke und Lebensmittel“, sagte Marco Woltermann vom ASB.

Viele Reisende ärgerten sich über ihr Schicksal. Eine Gruppe junger Frauen wollte eigentlich um 0 Uhr in Berlin in den Geburtstag einer Freundin feiern. Nun sitzen sie auf dem Göttinger Bahnhof fest. Das Ziel einer Frau aus Süddeutschland war ebenfalls Berlin. Schon in Heidelberg musste sie fünf Stunden warten, „und jetzt dies“, so die Dame.

Zuvor mussten ab 20.15 Uhr erneut zahlreiche Feuerwehren ausrücken, um umgestürzte Bäume zur Seite zu räumen. Der wohl dickste Baum stürzte an der Göttinger Albanikirche um und beschädigte gleich sieben Autos. Auch das Kirchendach wurde in Mitleidenschaft gezogen, Ziegel fielen herab. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Die Ortsfeuerwehr Stadtmitte war längere Zeit im Einsatz, um den Baum zu beseitigen.

Sturm Niklas wütete im Landkreis Göttingen

Weitere Einsatzstellen befanden sich in nahezu allen Stadt- und Ortsteilen Göttingens. Auch im Landkreis waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um Dutzende Bäume von den Straßen zu entfernen, so unter anderem in den Gemeinden Bovenden, Adelebsen, Friedland, Radolfshausen, Staufenberg, Duderstadt und Hann. Münden. In Niedeck in der Gemeinde Gleichen hatte der Wind Beton-Eternitplatten vom Dach eines Wohnhauses eines landwirtschaftlichen Betriebes auf den Hof geworfen. Das Dach musste wegen des Regens sofort geschlossen werden. Feuerwehrleute und Mitarbeiter einer Zimmerei arbeiteten eng zusammen, um das Dach zunächst provisorisch zu schließen.

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