Protest bei Stadt

Otto-Hahn-Gymnasium: Schüler wehren sich gegen Mensa-Schließung

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Noch keine Einigung in Sicht: Nach den Sommerferien soll entschieden werden, wo die Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums künftig zu Mittag essen können. 

Göttingen. Die Mensa des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) soll geschlossen werden. Dagegen wehren sich die Schüler des OHG. Die Schülervertretung protestiert bei der Stadt gegen das Mensa-Aus.

Die Schülervertretung (SV) hat im Gespräch mit Schuldezernent Siegfried Lieske, Schulleitung und Eltern in der vergangenen Woche erfahren, dass die OHG-Schüler in Zukunft die nahegelegene Mensa der benachbarten Berufsbildenden Schulen (BBS II) mitbenutzen sollen.

Dabei werde keine Rücksicht auf die „völlig unterschiedlichen Lebenssituationen der Schüler an BBS und OHG genommen“, schreibt die Schülervertretung in einer Pressemitteilung. „Es kann nicht sein, dass ein Fünftklässler vom OHG mit einem 35-jährigen Schüler der Berufsschule gemeinsam in der Mensa essen muss“, begründet SV-Vorsitzender Tom Dammer. Hinzu käme der enorme Aufwand, der durch zusätzliche Aufsichtspersonen auf beiden Schulgeländen von Nöten wäre.

„Das OHG hat eines der vielfältigsten Ganztagsangebote in Göttingen. Mit ihrer Maßnahme spart die Stadt auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler“, so Dammer weiter, der vermutet, dass „viele OHG-Schüler dann vermutlich überhaupt nicht mehr in der Mensa essen werden.“

Dem kann Schuldezernent Siegfried Lieske nicht zustimmen. Seinen Informationen nach nutzen täglich zwischen 30 und 80 Schüler das Essensangebot im OHG. „Allerdings gehen viele, meist jüngere Schüler nur zum Schulessen, weil sie es aus der Grundschulzeit so kennen und nicht, weil es ihnen so gut in der Mensa im OHG gefällt“, betont er.

Mensa seit 2003

Seit 2003 gibt es die Mensa im OHG. Laut Lieske ist sie zu klein, um allen Schülern ein adäquates Mittagsangebot anbieten zu können. Genug Platz für ein entspanntes Mahl böte dagegen die Mensa der benachbarten BBS II, die nicht ausgelastet sei. „Unter wirtschaftlichen Aspekten wäre es daher sinnvoll, diese Kapazitäten zu nutzen, anstatt im OHG neue Räumlichkeiten zu errichten“, betont Lieske.

Die Bedenken von Schülervertretung, Eltern und Lehrern, dass die oftmals jungen Schüler des OHG in der Masse der Berufsschüler untergehen könnten, kann der Schuldezernent nachvollziehen. „Deswegen ist es an uns, gemeinsam zu überlegen, wie wir den Aufenthalt in der Mensa künftig für alle Schüler gestalten wollen. Essen ist schließlich mehr als die reine Kalorienaufnahme, es ist auch ein sozialer Aspekt.“ Denkbar sei es beispielsweise Trennwände aufzustellen, durch die die Schüler räumlich einen eigenen Aufenthaltsbereich in der BBS II-Mensa erhalten könnten.

Eine endgültige Entscheidung, wie es im OHG weitergeht, wollen alle Beteiligtenerst im neuen Schuljahr fällen. „Bis zu den Herbstferien werden wir Bescheid wissen“, hofft Lieske.

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