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Ottobock-Chef will am Göttinger Bahnhof 60 Millionen Euro investieren

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Von: Michael Caspar

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Das frühere Postgebäude am Göttinger Bahnhof, das später an die IT-Firma Sycor ging, soll einem Hochhauskomplex weichen.
Das frühere Postgebäude am Göttinger Bahnhof, das später an die IT-Firma Sycor ging, soll einem Hochhauskomplex weichen. © Michael Caspar

Ottobock-Chef Hans Georg Näder will am Göttinger Bahnhof 60 Millionen Euro investieren. Das frühere Postgebäude soll einem Hochhauskomplex weichen.

Göttingen – Am Göttinger Bahnhof will Ottobock-Chef Hans Georg Näder 60 Millionen Euro investieren. Zur Innenstadt sechs, zu den Gleisen sieben Geschosse soll der Komplex erhalten, den Näder auf dem Sycor-Areal plant. Zur Innenstadt ‒ zur Heinrich-von-Stephan-Straße hin ‒ wird das Gebäude eine Höhe von 22 Metern haben, zu den Gleisen hin 26 Meter, erläuterte Diplom-Ingenieurin Franziska Rusch von den Berliner David Copperfield Architects.

Mit 18,4 Metern etwas niedriger werden die fünf Geschosse zum Bahnhofsvorplatz hin. Sie verfügen noch über ein zurückgesetztes Sattelgeschoss. Das Erdgeschoss auf dem 2,3 Hektar großen Areal wird gewerblich genutzt. In den oberen Stockwerken entstehen rund 160 Wohnungen.

Ottobock-Chef Hans Georg Näder will 60 Millionen Euro am Göttinger Bahnhof investieren

Die hohe Bebauung zu den Gleisen hin fand parteiübergreifend Zustimmung. Skepsis herrschte jedoch hinsichtlich der übrigen Geschosshöhen. Während der Ausschusssitzung im November vergangenen Jahres hatte die Politik darauf gedrungen, dass sich der – damals noch höher geplante – Komplex in Richtung Innenstadt am Nachbargebäude orientiert, den vierstöckigen Arkaden am Gericht.

An dieser Frage, so Dr. Dagmar Sakowski (Grüne), „scheiden sich die Geister“. Allerdings tritt die Stadt für eine verdichtete Bebauung ein, um nicht immer neue Flächen im Umland zu versiegeln, gab hingegen der CDU-Fraktionsvorsitzende, Olaf Feuerstein, zu bedenken. Ihm sei daher im Zweifel „ein Stockwerk mehr“ lieber.

Neuer Hochhauskomplex in 22 Meter Distanz zum Bahnhofsgebäude

Eingegangen sind die Berliner Architekten auf die Forderung der Politik, mehr Abstand zum Bahnhofsgebäude zu halten. Der historische Altbau werde anderenfalls erdrückt, ist die Befürchtung des Ausschusses. Nun sind 22 Meter Distanz vorgesehen.

Auch dem Wunsch einer Bürgerbeteiligung kommen die Planer nach. Im Juni und Juli sollen die Pläne und Modelle in einem Raum des Sycor-Gebäudes an zwei bis drei Tagen in der Woche jeweils für ein paar Stunden öffentlich zugänglich sein. Dann wird auch immer jemand vor Ort sein, der den Bürgern Auskunft erteilen kann und schriftliche Anregungen entgegen nimmt.

Die Architekten wollen ein kohlendioxid-neutrales Gebäude errichten

Sechs Wochen lang soll das möglich sein, wünschte sich Sylvia Binkenstein (SPD). Außerdem wollen die Planer ihr Projekt im Internet vorstellen. Auch dort lassen sich Kommentare abgeben. Die Vorschläge und Einwände der Bürger werden abgewogen und finden Eingang in die Planung, versicherte der städtische Fachbereichsleiter Planung, Bauordnung und Vermessung, Maik Lindemann.

Parteiübergreifende Zustimmung fand, dass die Architekten ein kohlendioxid-neutrales Gebäude errichten wollen. Es wird an das innerstädtische Fernwärmenetz angeschlossen. Die Abwärme des Gebäudes wird ebenfalls genutzt. Photovoltaikanlagen auf den begrünten Dachflächen sollen einen Teil des Strombedarfs decken. Eine grüne Insel soll der lärmgeschützte Innenhof werden.

Sycor-Gebäude am Göttinger Bahnhof wird abgerissen

Das ehemalige Postgebäude, das später Näders IT-Firma Sycor übernahm, wird abgerissen. Der Unternehmer will rund 60 Millionen Euro investieren. (Michael Caspar)

Am Göttinger Bahnhof soll ein neues, urbanes Viertel mit Gewerbe und 160 Wohnungen entstehen.

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