Nerven steuern die Fuß-Prothese

Ottobock kauft US-Firma für intelligente Prothesen

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Hochleistungsprothesen: Menschen mit Amputationen können mit intelligenten Prothesen, die auf die Impulse von Nerven reagieren, noch bessere Bewegungen in Alltag und Sport ausführen.

Göttingen/Duderstadt. Ottobock hat seine Prothesen-Produktpalette durch einen Firmenzukauf erweitert: Das Duderstädter Unternehmen hat die US-Firma BionX erworben.

Nach dem Kauf der BeBionic Hand handelt es sich um die zweite, zukunftsweisende Ergänzung 2017 im Ottobock Konzern.

Das Unternehmen BionX Medical Technologies produziert den weltweit einzigen erhältlichen aktiven Prothesenfuß – den „emPOWER“. Über ein aktiv angetriebenes Knöchelgelenk ahmt er die Funktion der Muskeln und Sehnen nach und sorgt dafür, dass der Anwender durch zusätzliche Energiezufuhr beim Gehen unterstützt wird. Die Informationen bezieht der Kunstfuß aus den Nerven.

„Innovationen sind unser wichtigster Wachstumstreiber. Das Know-how von Ottobock und BionX zu verbinden ist ein entscheidender Schritt, um Ziele wie die intuitive Beinprothese schneller zu erreichen“, sagt Prof. Hans Georg Näder, Vorsitzender der Geschäftsführung und Geschäftsführender Gesellschafter der Otto Bock HealthCare.

Intelligenter Kunst-Fuß: Otto Bock kauft US-Prothesenhersteller und -entwickler BionX. Foto: nh

Der Firmengründer und Erfinder der ersten Generation des „emPOWER“, Dr. Hugh Herr, ist Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er das „Center for Extreme Bionics“ leitet. Herr gilt als Koryphäe in der Hightech-Forschung. Die Firmenzentrale und Produktionsstätte von BionX sind ebenfalls in der Region Boston angesiedelt. 

Mit Übernahme der Firma rücken somit Ottobock und die Bostoner Forschungsszene näher zusammen. Aus der Kooperation sollen am Ende noch bessere, bahnbrechende Produkte, bionische Prothesen, entstehen.

Bei den Armprothesen konnte die intuitive Steuerung bereits von Ottobock umgesetzt worden. Der „emPOWER“-Fuß mit seinem aktiven Antrieb sei ein Baustein auf dem Weg für ein ähnliches Prothesensystem für die unteren Extremitäten.

Zurzeit werden noch über in der Prothese integrierte Sensoren und Mikroprozessoren für jeden Schritt die benötigte Energie, der Widerstand und die Beugung im Knöchelgelenk bestimmt und an die jeweilige Situation angepasst. Zukünftig sollen die Nerven die entscheidenden Impulse liefern, um die aktive Komponente anzusteuern. 

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