Mietprojekte in Göttingen und Berlin

Südniedersachsen-Giganten Ottobock und Sartorius: Stärkere Kooperation bei Nutzung von Grundstücken

Moderne trifft Historie auf dem Bötzow-Gelände: Das Areal der ehemaligen Brauerei am Prenzlauer Berg in Berlin wird von Ottobbock-Chef Hans Georg Näder auf Grundlage eines Masterplans von David Chipperfield entwickelt. Sartorius mietet dort Räume. Foto: OTTOBOcK/nh

Berlin/Göttingen - Sartorius und Ottobock operieren stärker zusammen, vor allem bei der gemeinsamen Nutzung von repräsentativen Grundstücken in Göttingen und Berlin angeht.

Während Ottobock sich auch auf dem einstigen Sartorius-Stammsitz, dem künftigen Göttinger Sartorius-Quartier am Rande der Göttinger Innenstadt, niederlässt, wird umgekehrt die Sartorius AG ein Ankermieter auf dem Gelände der ehemaligen Bötzow-Brauerei in Berlin, das Ottobock-Chef Hans Georg Näder gekauft hat und entwickelt.

Dort, am Prenzlauer Berg,, braut sich also etwas Positives zusammen aus dem Mix von Näder und Sartorius. Für den Göttinger Konzern ist es laut Vorstandvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg eine Notwendigkeit geworden, in Berlin vertreten zu sein, weil in vielen Bereichen wie Informations Technologie (IT) und Digitalen Marketing die Hauptstadt ein Hotspot in Europa ist – gleiches gilt laut Kreuzburg auch für den Bereich Life Science“.

Berlin als Ergänzungsstandort

Ottobock-Chef: Hans-Georg Näder. Foto: Privat/nh

Die Sartorius-Verantwortlichen erhoffen sich durch einen „Satelliten in Berlin aber auch, ein Reservoir für Talente und Fachkräfte zu erschließen“, wie Kreuzburg sagt, für den der weltweite Wettkampf um Fachkräfte gerade erst so richtig begonnen hat.

Der Ergänzungsstandort Berlin helfe letztlich auch, die Zentrale in Göttingen zu stärken. „Sie bleibt Kopf, Herz und Motor von Sartorius“, sagte Kreuzburg im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Anmieten der Bötzow-Flächen unterstreiche auch die seit Jahren vorhandene, kontinuierliche und zuletzt intensivierte Zusammenarbeit zwischen den zwei Unternehmensdinos in Südniedersachsen, Ottobock und Sartorius.

„Das Bötzow-Gelände passt von der Lage und vom Spirit perfekt. Die große Klammer aber ist eine ähnliche Denke bei Innovationen und im offenen Umgang damit“, sagt Joachim Kreuzburg und gibt damit Hans Georg Näder Gesellschafter und Vorsitzender des Verwaltungsrats von Ottobock eine Steilvorlage: „Sartorius passt perfekt zum Spirit von Bötzow. Pioniergeist und Kreativität treiben uns alle hier an, Innovationen zu entwickeln und Neues anzubieten.“

Auch Hans-Georg Näder verweist auf die gewachsenen Verbindungen zu Sartorius. „Uns verbindet bereits eine enge und langjährige Partnerschaft in der Region Südniedersachsen. Ich freue mich, dass wir das jetzt auch in der Hauptstadt fortsetzen.“ Die Mietobjekte in Göttingen und Berlin sind laut Joachim Kreuzburg aber kein gegenseitiges Koppelgeschäft. So mietet Ottobock in Göttingen von der Entwicklungsgesellschaft „Hamburg Team“.

Historische Gebäude

Die von Sartorius gemieteten Räume in Berlin befinden sich in einem der sieben historischen Häuser des Bötzow Areals, das Hans-Georg Näder seit 2012 basierend auf einem Masterplan von Star-Architekt David Chipperfield entwickelt und das an der Ecke Saarbrücker Straße/Prenzlauer Allee an einer der Hauptadern am „Prenzelberg“ liegt.

Sartorius-Chef: Dr.Joachim Kreuzburg. Foto: hubert Jelinek

Die Flächen, im für den Komplex typischen Industrie Stil, belaufen sich oberirdisch mit Erdgeschoss, 1. Obergeschoss und 2. Obergeschoss auf 2710 Quadratmeter. Unterirdisch stehen weitere 313 Quadratmeter für Lagerzwecke zur Verfügung.

Das im MDax und TecDax gelistete Unternehmen Sartorius wird nach eigenen Angaben dort Technologieentwicklung und Geschäftsentwicklungsaktivitäten für innovative Life Science und biopharmazeutische Anwendungen betreiben.

Die Fertigstellung der Sanierung ist für Ende 2022 geplant. Aber: Schon im Sommer 2018 hat das Sartorius Start-up-Unternehmen „LabTwin“ Büroflächen auf Bötzow bezogen, in Tim Raues ehemaligem Restaurant „La Soupe Populaire“.

„Wir wollen das Areal zu einem richtigen Kiez machen, mit offener Gastronomie und Biergarten. Das ist der nächste Schritt der Bauphase“, sagt ein ideengeladener Hans Georg Näder. (tko)

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