Großunternehmen in Duderstadt

Ottobock wechselt Rechtsform: Vorbereitung auf Wachstum

Großer Name aus kleiner Stadt: Das Firmenlogo des Orthopädietechnikherstellers Ottobock aus der Eichsfeldmetropole Duderstadt. Foto: Pförtner/DPA

Duderstadt. Mit einer Änderung der Rechtsform bastelt der weltweit führende Orthopädietechnik-Hersteller Ottobock an seiner zukünftigen Ausrichtung.

Seit dem 3. April firmiert die ehemalige Otto Bock HealthCare GmbH nun als Ottobock SE & Co. KGaA – aus der Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde also eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Diese sichert nach Unternehmensmitteilung den Einfluss der Inhaberfamilie Näder auf die Geschicke des Unternehmens für die Zukunft – auch nach einem möglichen Börsengang. Den hatte das Unternehmen schon seit Jahren angepeilt, den Start der Börsennotierung aber verschoben. Laut Ottobock-Spitze ist die KGaA nun auch eine langfristige Zukunftsausrichtung, eine optimale Unternehmensaufstellung für „den geplanten Wachstumspfad der nächsten Jahrzehnte“.

Und die Wachstumschancen sind laut Chef Georg Näder „exzellent für das Unternehmen und die 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit“.

Das Unternehmen bekomme eine seiner Größe und Internationalität „angemessene Governance“, erklärt Näder, der nun Vorsitzender des neuen Verwaltungsrats ist, der die Geschäfte der Ottobock SE & Co. KGaA führt. Näder ist ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter der Ottobock Holding, die 80 Prozent der Anteile an der Ottobock SE & Co. KGaA hält. 

Die weiteren 20 Prozent liegen seit Sommer 2017 beim schwedischen Unternehmen EQT. EQT sammelt über Fonds Geld ein und legt es in Firmen weltweit an, die einen Umsatz von 17 Milliarden Euro machen.

Dr. Oliver Scheel ist seit Anfang 2018 CEO von Ottobock und steht in dieser Funktion an der Spitze der geschäftsführenden Direktoren. Der mitbestimmte europäische Aufsichtsrat hatte sich bereits im Oktober 2017 konstituiert und setzt unter Leitung von Dr. Bernd Bohr seine Arbeit in der KGaA unverändert fort.

Hintergrund: Kommanditgesellschaft auf Aktien

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien, KGaA, ist eine Rechtsform für Unternehmen. Sie vereint Elemente von Aktiengesellschaft (AG) und Kommanditgesellschaft (KG). Bei der KGaA handelt es sich um eine Aktiengesellschaft, die an Stelle eines Vorstandes über persönlich haftende Gesellschafter (Komplementäre) verfügt. Die Anteile der teilhaftenden Kommanditisten sind wiederum in Aktien zerlegt. Obwohl die KGaA Merkmale einer Personengesellschaft aufweist, ist sie eine Kapitalgesellschaft. Sie ist selbst eine rechtsfähige juristische Person. Die KGaA ist eine Handelsgesellschaft und somit Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuchs. Das Gesamtkapital der KGaA setzt sich aus dem Grundkapital (Kommanditkapital) der Kommanditaktionäre und den Vermögenseinlagen der Komplementäre zusammen.

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