Pankreas-Tumor: Göttinger Forscher suchen Frühdiagnose

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Besucher besichtigen eine überdimensionale Leber mit Bauchspeicheldrüse.

Göttingen. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist in Deutschland die vierthäufigste Krebstodesursache. Dies zu ändern ist Ziel eines neuen Göttinger Forscherverbundes.

Beteiligt sind neben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen sowie die Göttinger Max-Planck-Institute für experimentelle Medizin und für biophysikalische Chemie. Gefördert wird der Forschungsverbund von der Volkswagen-Stiftung mit 1,2 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren.

Tumore an der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) zählen zu den aggressivsten Tumoren. In Deutschland erkranken im Jahr rund 16 000 Menschen. Sowohl die Diagnose als auch die Behandlung dieser Krebserkrankung gelten bislang als äußerst schwierig.

Späte Symptome

In der Regel würden sich Symptome erst zeigen, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten und nicht mehr auf das Organ begrenzt sei, erklären die Forscher. Oft seien dann bereits Metastasen nachzuweisen. Aktuellen Prognosen zufolge wird das Pankreaskarzinom weltweit in den nächsten zehn Jahren bereits Platz zwei der krebsbedingten Todesursachen belegen.

Prof. Volker Ellenrieder

„Wir brauchen dringend bessere Kenntnisse der Mechanismen, die zur Entstehung und der ausgeprägten Resistenz gegenüber Chemotherapie beitragen. Nur dann haben wir auch eine realistische Chance den Bauchspeicheldrüsenkrebs früher zu diagnostizieren und einen Therapiedurchbruch erreichen zu können“, sagt Prof. Volker Ellenrieder, Sprecher des Verbundes und Direktor der UMG-Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie.

„Bisher fehlen uns leider noch immer Biomarker, die eine Früherkennung der Krebserkrankung ermöglichen. Und es gibt auch keine etablierten bildgebenden Untersuchungsmethoden, die auf die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgerichtet sind“, sagt Dr. Elisabeth Heßmann, Nachwuchsgruppen-Leiterin des Verbunds, die ebenfalls an der UMG-Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinalen Onkologie arbeitet.

Von dem Forschungsprojekt erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse, die zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte beitragen können. (zsh) 

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