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Panne stoppt Sunrise-III-Mission: Sonnenobservatorium landet unbeschädigt

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Von: Thomas Kopietz

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Das Teleskop der Sunrise-III-Mission aus Göttingen soll von einem Helium-Ballon aus die Sonne erforschen. Eine Panne beendet den Flug kurz nach dem Start.

Göttingen/Kiruna – Eigentlich sollte der riesige Helium-Ballon das sechs Meter hohe Sonnenteleskop der Sunrise-III-Mission von Nordschweden über den Atlantik bis in den Norden Kanadas tragen und aus 36-Kilometer Höhe in der Stratosphäre zuvor nie gesehene Bilder von der Sonne einfangen. So weit trug der Wind den Ballon nicht.

Nach einem mehrfach wegen schlechter Wetterbedingungen verschobenen Start hob das Sonnenobservatorium am frühen Sonntagmorgen (10.07.2022) um 3.44 Uhr (MESZ) ab. Aber bereits um 9.05 Uhr (MESZ) musste der Flug beendet werden.

Panne stoppt Sunrise-III-Mission: Sonnenobservatorium landet weitgehend unbeschädigt

Das Teleskop ließ sich nicht auf die Sonne ausrichten, sodass das Aufnehmen von Messdaten unmöglich war. Ballon und das Observatorium in seiner Gondel landeten sicher auf unbewohntem, schwedischem Gebiet nicht weit der Grenze zu Norwegen.

Sonnen-Observatorium Sunrise III: Bei einem Test im schwedischen Kiruna vor einigen Wochen funktionierte die Ausrichtung des Teleskops an der Sonne. Nach dem Start an einem Ballon am Sonntag aber nicht. Die Gondel musste landen.
Sonnen-Observatorium Sunrise III: Bei einem Test im schwedischen Kiruna vor einigen Wochen funktionierte die Ausrichtung des Teleskops an der Sonne. Nach dem Start an einem Ballon am Sonntag aber nicht, die Gondel musste landen. © Achim Gandorfer/MPS

Teammitglieder haben die Landestelle auf unbewohntem schwedischen Gebiet nahe der norwegischen Grenze erreicht und die wissenschaftliche Nutzlast des Observatoriums weitestgehend unversehrt vorgefunden.

„Sunrise III ist offenbar wohlbehalten und aufrecht stehend niedergegangen“, berichtet Sunrise III-Projektleiter Prof. Dr. Sami K. Solanki, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Für einen Start des Observatoriums im nächsten Jahr oder später werden derzeit alle Optionen geprüft.

Sunrise-III-Mission im schwedischen Kiruna sollte hochauflösende Fotos der Sonne liefern

Bereits seit Anfang April dieses Jahres hatte das internationale Sunrise-III-Team auf der Ballon- und Raketenbasis Esrange Space Center nahe Kiruna unweit des Polarkreises das Sonnenobservatorium auf seinen Stratosphärenflug vorbereitet.

Sunrise III ist mit einem Teleskop, drei wissenschaftlichen Instrumenten und einem System zur Bildstabilisierung ausgerüstet und soll Messdaten aus einer mehr als 2000 Kilometer dicken Schicht der Sonne, die von knapp unter ihrer sichtbaren Oberfläche bis in die obere Chromosphäre reicht, aufnehmen.

Wegen der aktuellen, weltweiten Logistikprobleme hatte sich der frühestmögliche Starttermin zunächst um einige Wochen in den Juni hinein verschoben. Danach verzögerte ungeeignetes Wetter den Missionsbeginn.

Sonnenobservatorium: Zurück ins Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung nach Göttingen

In den nächsten Wochen soll das Sonnenobservatorium zunächst zurück zur Ballon- und Raketenbasis Esrange Space Center gebracht werden. Von dort könnte es den Heimweg nach Göttingen antreten, wo genauere Untersuchungen erfolgen. Das Team wird dann prüfen, wie und unter welchen Bedingungen Sunrise III im nächsten Jahr oder später seinen Forschungsflug in der Stratosphäre erneut antreten kann.

Trotz der Größe ein Leichtgewicht: Die Gondel der Ballon-Mission „Sunrise III“ mit Teleskop und drei Messgeräten – hier bei einem Test im Oktober 2021 in Göttingen – wiegt nur 376 Kilogramm. Die Internationale Mission wird vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) koordiniert.
Trotz der Größe ein Leichtgewicht: Die Gondel der Ballon-Mission „Sunrise III“ mit Teleskop und drei Messgeräten – hier bei einem Test im Oktober 2021 in Göttingen – wiegt nur 376 Kilogramm. Die Internationale Mission wird vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) koordiniert. © Thomas Kopietz

Das ballongetragene Sonnenobservatorium Sunrise III ist eine Mission des MPS und des Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins Uni (USA). Sunrise III blickt mithilfe eines 1-Meter-Teleskops, dreier wissenschaftlicher Instrumente und eines Systems zur Bildstabilisierung aus der Stratosphäre auf die Sonne. (Thomas Kopietz)

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