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Parkleitsystem für die Hosentasche: Digital zum freien Stellplatz

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Von: Bernd Schlegel

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Die Göttinger Innenstadt aus der Luft: In der App „Parco“ können in der Kartenansicht beispielsweise Infos zu den einzelnen Parkhäusern aufgerufen werden.
Die Göttinger Innenstadt aus der Luft: In der App „Parco“ können in der Kartenansicht beispielsweise Infos zu den einzelnen Parkhäusern aufgerufen werden. © Stefan Rampfel

Die Stadt Göttingen bietet einen neuen Service für Autofahrer an. Per App wird man zukünftig zu einem freien Parkplatz geführt.

Göttingen – Die Suche nach einem freien Parkplatz kann in Göttingen zum Geduldsspiel werden. Die Folge: Viele Verkehrsteilnehmer verursachen dadurch unnötigen „Parksuchverkehr“. Mit einem neuen digitalen Angebot will die Stadtverwaltung jetzt gegensteuern.

Betriebsbeginn pünktlich zum Start in die Vorweihnachtszeit

Das neue Parkleitsystem ist pünktlich zum Start in die besucherstarke Vorweihnachtszeit in Betrieb gegangen: Zenraler Bestandteil ist die Smartphone-App „Parco“. Mehr als 230 Städte in ganz Deutschland setzen bereits darauf. Mit dem „Parkleitsystem für die Hosentasche“ kann man sich umfassend über das Parkplatzangebot informieren und sich falls gewünscht zum passenden Parkplatz navigieren lassen. Derzeit werden fünf Parkhäuser beziehungsweise Parkplätze im Innenstadtbereich angezeigt. Das Angebot soll in der Zukunft erweitert werden. Neben Parkhäusern sollen dann auch Parkplätze, die derzeit nicht mit einer Zufahrtserfassung ausgestattet sind, integriert werden. Dazu müssen die freien Plätze ermittelt, Fachleute sagen „detektiert“, werden. Dazu testet die Stadtverwaltung passende Systeme am Parkplatz „Geismar Tor“.

Stadt stellt Daten Dritten zur Verfügung

Die jetzt schon erfassten Daten werden nicht nur über die Parco-App verfügbar sein, die Stadtverwaltung stellt diese auch anderen Navigationsbetreibern über Mobilitätsplattformen kostenfrei zur Verfügung. Die bisherigen Schilder sind Teil des neuen Parkleitsystems und weisen weiterhin den Weg zu Stellplätzen und Parkanlagen – allerdings nicht mehr als dynamische Anzeigen. Darüber hinaus gehören vier elektronische Anzeigetafeln zum System, auf denen neben Parkinformationen auch aktuelle Stadtinformationen angezeigt werden können. Zusätzlich werden in der Kartenansicht Ladestationen für E-Fahrzeuge inklusive dem derzeitigen Belegungsstatus angezeigt.

Blick in die Kartendarstellung der Parco-App: Darauf sind unter anderem Göttinger Parkhäuser erkennbar. Wer sie anklickt, bekommt weitere Infos. Screenshot: Bernd Schlegel
Blick in die Kartendarstellung der Parco-App: Darauf sind unter anderem Göttinger Parkhäuser erkennbar. Wer sie anklickt, bekommt weitere Infos. Screenshot: Bernd Schlegel © Schlegel, Bernd

„Das neue Parkleitsystem zeigt, welche Vorteile die Entwicklungen im Bereich Smart City für uns alle bringen können“, sagt Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD). „Schneller einen Parkplatz zu finden und damit auch die Umwelt weniger zu belasten – darüber können sich ab sofort die Autofahrenden ebenso freuen wie Anwohner.“ Parallel informiert die App auch über Anbieter alternativer Mobilitätsformen. „Das passt zu unserem Ziel einer nachhaltigen Mobilität der Zukunft in der Stadt.“

Alternative Mobilitätsangebot abrufbar

Das System soll laut Stadtverwaltung weiter wachsen. Zukünftig sollen Behindertenparkplätze separat ausgewiesen werden. Auch sollen alternative Mobilitätsangebote wie Fahrradverleihstationen integriert werden und diese so stärker in den Fokus rücken. „Ziel des Projektes ist die Reduzierung von Parksuchverkehren und somit die Verringerungen schädlicher Immissionen. Die App kann dabei als erster Schritt hin zu einer verkehrsträgerübergreifenden Mobilitäts-App gesehen werden“, sagt Baudezernent Frithjof Look.

Neue Funktionen im kommenden Jahr

Im kommenden Jahr kommen noch weitere Funktionen hinzu: Dann zeigt Parco zusätzlich Live-Infos über Verkehrsstörungen und informiert die Nutzer über alternative Mobilitätsangebote. Das erlaubt eine passgenaue Ausspielung von Informationen an alle Verkehrsteilnehmer, je nachdem, auf welcher Route sie sich gerade befinden. Durch diese Möglichkeit können Staus reduziert werden und Mobilitätsalternativen werden gefördert. (Bernd Schlegel)

App „Parco“ zeigt die direkte Route zum Parkplatz an

Die App „Parco“ ist kostenlos für die gängigen Smartphone-Varianten Android und Apple im Google Play-Store und im Apple App-Store erhältlich.

Nach der Zieleingabe zeigt die App die Parkmöglichkeiten in der Nähe des gewünschten Zielortes. Das kleine Programm liefert nützliche Informationen über den Stellplatztyp (Parkhaus oder Straßenrand), die Möglichkeit zum Laden eines E-Fahrzeugs, die Parkgebühren für die erste Stunde sowie Informationen über das Parkobjekt. Im gesamten Innenstadtgebiet wird außerdem angezeigt, wo Fahrzeugführer am wahrscheinlichsten einen freien Stellplatz finden können.

Auch über die Entfernung zum eigentlichen Zielort inklusive der Zeit für den für den Fußweg gibt die App Auskunft. Ist ein Platz ausgewählt, navigiert Parco über die bestmögliche Route zum Wunschparkplatz. Weitere Infos gibt es hier. (bsc)

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