Bauausschuss: SPD und Grüne setzen sich durch

Parkplätze auf Albaniplatz sollen wegfallen

Parkplätze sollen verschwinden: SPD und Grüne wollen den „grottenhässlichen“ Albaniplatz in Göttingen aufwerten.
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Parkplätze sollen verschwinden: SPD und Grüne wollen den „grottenhässlichen“ Albaniplatz in Göttingen aufwerten.

Die Parkplätze auf dem Göttinger Albaniplatz sollen wegfallen – das hat der städtische Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke entschieden.

Göttingen – Die 100 Parkplätze auf dem Göttinger Albaniplatz werden nach Fertigstellung der Stadthalle in zwei, drei Jahren wegfallen. Das hat der städtische Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke gegen vehemente Kritik von CDU, FDP sowie den Piraten beschlossen.

Mit 5500 Parkplätzen stehen Göttingen im Vergleich mit gleich großen Städten überproportional viele Stellplätze zur Verfügung, erklärte Rolf Becker (Grüne). Zu ihnen solle ein leistungsfähiges Parkleitsystem und eine App, die alle Mobilitätsarten manage, Autofahrer führen. Es gelte, Park und Ride-Angebote auszubauen. Ein Busshuttle lasse sich eventuell vom Parkhaus des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende zur Stadthalle einrichten. So würden Eichsfelder nicht nachts durch die Stadt fahren und Bürger stören, die an Durchgangsstraßen wohnten, ergänzte Volker Grothey (SPD).

„Direkt neben der Stadthalle wird es auch weiterhin den Parkplatz Hainholzweg geben“, betonte der grüne Ratsherr Becker. Keine 150 Meter von der Stadthalle entfernt befänden sich zudem am Schildweg freie Stellflächen, ergänzte das beratende Ausschussmitglied Francisco Welter-Schultes. SPD-Ratsherr Grothey zeigte sich offen für die Schaffung weiterer innenstadtnaher Parkplätze und Parkhäuser.

Weniger Verkehr, mehr Klimaschutz

„Wir müssen den Verkehr in der Stadt verringern, wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen wollen“, begründete Grothey den rot-grünen Vorstoß. Es sei nicht mehr zeitgemäß, die Stadt „mit anderthalb Tonnen Stahl“ anzusteuern. Zudem gelte es, den heute „grottenhässlichen“ Albaniplatz aufzuwerten. So lasse sich der Grüngürtel des Walles, der zwischen Albanikirche und Deutschem Theater unterbrochen ist, wieder ein Stück weit schließen. Welter-Schultes regte an, den Cheltenham Park Richtung Albaniplatz weiterzuführen. Es mache keinen Sinn, die Stadthalle für viele Millionen Euro zu sanieren und dann den Parkplatz davor zu schließen, schimpfte Stephan Bartels (CDU). Der Parkplatz werde zudem auch von anderen Besuchern innerstädtischer Kultureinrichtungen genutzt.

Tagsüber parken dort Bürger, die in der Innenstadt einkaufen oder Fachärzte und Rechtsanwälte aufsuchen, betonte Susanne Heller, die Vorsitzende des 200 Mitglieder starken Innenstadt-Verbands Pro City. Das Oberzentrum werde von vielen Menschen aus dem Umland angefahren, die ihr Auto zentral abstellen wollten. Auf den Parkplatz seien auch Senioren und andere in ihrer Mobilität eingeschränkte Bürger angewiesen, stellte Manfred Hilterhaus vom Seniorenbeirat klar. Mit einer Hand voll Behindertenparkplätze sei es nicht getan.

Rot-Grün ließ sich von diesen Argumenten nicht überzeugen. Ein zusätzlicher Ratsbeschluss ist nicht notwendig. 80 000 Euro für Planungen zur Umgestaltung des Stadthallenumfelds sind bereits im Haushalt eingestellt, so der Vorsitzende des Bauausschusses, Hans Otto Arnold (CDU). (Von Michael Caspar)

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