Aktion am Göttinger Gänseliesel

Partei der Humanisten nimmt bei Demo massenweise homöopathische Mittel zu sich

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Homöopathie wirkt nie: Unter diesem Motto schluckten (von links) Markus Stahlberg, Johannes Kurzbuch, Rüdiger Ludwig, Marcel Klein, Heiko Ludwig und Kamil Pabis große Mengen Globolis.

Göttingen. Mit einer außergewöhnlichen Aktion haben am Samstag Mitglieder und Unterstützer der Partei der Humanisten in Göttingen vor dem Alten Rathaus gegen Homöopathie demonstriert.

Unter dem Motto „Homöopahie wirkt nie“ nahmen die sechs Aktivisten große Mengen homöopathischer Medikamente ein, in denen als Wirkstoffe unter anderem Arsen, Quecksilber oder Schwefel enthalten sein und in einer stark verdünnten Form heilende Wirkung haben sollen. „Wir wollen zeigen, dass da einfach nichts drin ist“, begründete Mitinitiator Rüdiger Ludwig die radikale Maßnahme.

In der forschenden Medizin sei man sich schon lange einig: Homöopathie kann nicht funktionieren. Bei einer Verdünnung von mehr als 1:10²³ der Wirkstoffe mit Wasser sei es unwahrscheinlich, dass auch nur noch ein kleinster Teil dieses Wirkstoffes vorhanden ist.

„In homöopathischen Medikamenten wird diese physikalische Regel jedoch regelmäßig und bewusst gebrochen“, so Ludwig. Die Naturgesetze würden sogar auf den Kopf gestellt: Je höher die Verdünnung, desto größer die behauptete Wirkung. „Begründet wird das mit einem angeblichen Gedächtnis des Wassers.“ Belegen lasse sich diese Behauptung naturwissenschaftlich allerdings nicht.

„Bei der Aktion geht es nicht um ein Verbot der Globuli“, betonte Heiko Ludwig. „Das sind schließlich nur Zuckerkugeln.“ Natürlich könne jeder davon so viel essen, wie er möchte. Es geht vielmehr darum, „die falschen Versprechen zu widerlegen“, so Ludwig weiter.

Nur informierte und aufgeklärte Menschen könnten selbst entscheiden, was gut für sie ist. Deswegen fordere die Partei der Humanisten auch ein Ende der Krankenkassenförderung von Homöopathie. „Globoli gehören in das Süßigkeitenregal von Supermärkten, nicht in Apotheken“, meinten Rüdiger und Heiko Ludwig unisono.

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