Speiseeis für ein neues Sozialsystem

Partei der Humanisten wirbt in Göttingen für bedingungsloses Grundeinkommen

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Eisverteilen auf dem Zentralcampus: Die Humanisten warben mit der Aktion in Göttingen für das bedingungslose, existenzsichernde Grundeinkommen.

Göttingen. Mit einer kreativen Idee hat die Kleinpartei „Die Humanisten“ in Göttingen für ein neues Sozialsystem geworben. Unter dem Motto „Bedingungsloses Grundeiskommen“ verteilten Mitglieder kostenlos Eis und Infomaterialien.

Das existenzsichernde Grundeinkommen spielte in sozialpolitischen Debatten immer wieder eine Rolle. Die Humanisten gehen das Thema mit einem ordentlichen Schuss Humor an. Und gaben nach der Aktion auch freimütig zu: „Das Eiseinkommen kam teils besser an als das Grundeinkommen.“ Der ... auf Grundeis ging den Parteimitgliedern trotzdem nicht. Denn viele Passanten goutierten die Aktion.

„Ist doch nett, wenn eine Partei mal abseits des Wahlkampfes ein Eis spendiert“, sagte Student Eric Grise. Die politische Botschaft wurde zwiegespaltener aufgenommen. „Ich glaube nicht, dass ein so radikaler Umbau des Sozialstaates zu verschmerzen wäre“, meinte eine ältere Frau.

Für Max Remke, Landesvorstand der Humanisten in Niedersachsen, war die Grundeiskommen-Aktion ein Erfolg: „Eine große Umgestaltung unseres bisherigen Sozialsystems löst natürlich Zweifel aus. Wir sind davon überzeugt, mit der negativen Einkommenssteuer ein sehr realistisches und finanzierbares Modell gefunden zu haben, das entscheidende Vorteile bietet.“ Laut eigener Aussage wollen die Humanisten mit dem Grundeinkommen mehr Selbstbestimmung und Chancen für das eigene Leben ermöglichen. In Göttingen treffen sie sich jeden zweiten Dienstag im Apex.

Partei der Humanisten existiert seit 2014

„Die Humanisten“ ist eine deutsche Kleinpartei mit gut 700 Mitgliedern. Sie gründete sich 2014 und hat bundesweit elf Landesverbände. In Hessen und Bayern tritt die Partei der Humanisten in diesem Jahr zu den Landtagswahlen an. Laut eigener Aussage sind die Kernthemen „individuelle Selbstbestimmung, maximale Meinungsfreiheit, evidenzbasierte Politik, die auf Daten statt Gefühle setzt und Technologieoffenheit auch für Gentechnik und Kernenergie“. Außerdem setzen sich die Humanisten für eine strenge Trennung zwischen Staat und Kirche ein und befürworten einen föderalen europäischen Bundesstaat sowie die Stärkung der UNO als maßgebendes Organ.

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